60 Jahre Bundesrepublik Deutschland – das ist vor allem auch eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte. Sie hat sich niedergeschlagen in den Geldbeuteln und auf den Konten jedes einzelnen Bürgers. Viele haben angefangen mit 20 Mark, die sie bei der Einführung der neuen Währung 1948 erhielten. Schon wenige Jahre später hatten sie sich bei den meisten vervielfacht. Andere wurden hineingeboren in das sogenannte Wirtschaftwunder, die Jüngeren kennen dagegen vor allem die Zeiten von Stagnation und Krisen.

Alle finden sich in den Kurven und Balkendiagrammen wieder, die sich aus den Statistiken der vergangenen Jahrzehnte erstellen lassen. Sie zeigen den schnellen Aufschwung in den 50er-Jahren, sie zeugen auch von den ersten kleinen Problemen Mitte der 60er-Jahre, als die Konjunktur erstmals nicht mehr so geschmiert lief wie zuvor. Als die 70er- und 80er-Jahre dann ein generelles Abflauen der Wachstumsdynamik brachten, schlug sich auch dies in den Kurven nieder. Nach der Wiedervereinigung machen viele Daten einen Sprung nach oben - die neuen Bundesländer waren hinzugekommen. Und auch ganz aktuelle Ereignisse, wie die Finanzkrise, finden ihren Niederschlag in den Zahlen und Diagrammen.


Die Daten zeigen aber auch die wachsende internationale Rolle der deutschen Wirtschaft, ablesbar an den Wechselkursen. Sie geben Hinweise auf externe Einflüsse, wie die Ölkrisen der 70er-Jahre, die zu einem massiven Anstieg der Inflationsraten und damit der Leitzinsen führten. Und sie weisen darauf hin, wie die Deutschen ihr Sparverhalten veränderten, wie sie mal mehr, mal weniger zur Seite legten und wie sich dabei ihre Anlageziele verschoben.


Besonders beeindruckend ist dabei die Entwicklung der Aktienmärkte. Einerseits ließen sich damit über die Jahrzehnte enorme Renditen erzielen. Andererseits wird deutlich, dass gerade in den vergangenen 20 Jahren die Schwankungen extrem hoch waren. Sie zeigen sehr deutlich, dass den Chancen eben auch entsprechende Risiken gegenüberstehen.

Zahlenreihen haben aber natürlich auch ihre Grenzen. Wenn beispielsweise heute jeder Haushalt im Schnitt über ein Geldvermögen von 111.200 Euro verfügt, so müssen dem auch die Verbindlichkeiten gegenübergestellt werden - sie liegen im Schnitt bei 38.600 Euro je Haushalt. Das Nettogeldvermögen liegt damit also nur bei 72.600 Euro. Und auch dies ist letztlich eben nur der Durchschnitt - die Zahl sagt über die Verteilung des Vermögens nichts aus. Ein weiteres Manko aller historischen Kurven und Diagramme: Sie zeigen in aller Genauigkeit die Ereignisse der Vergangenheit. Was jedoch vor uns liegt, lässt sich aus ihnen nicht ableiten.

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