Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat in den Bilanzen der 30 Konzerne im Deutschen Aktienindex (Dax) deutliche Spuren hinterlassen. Der Gewinn der Dax-Unternehmen hat sich 2008 nach einer Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young mehr als halbiert: Nach gut 109 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern im Jahr 2007 sackte der Profit um 55 Prozent auf rund 50 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, wie Ernst & Young mitteilte.
„20 der 30 Unternehmen mussten einen Gewinnrückgang hinnehmen, vier Unternehmen machten sogar Verluste“, hieß es weiter. Der Umsatz hingegen legte zu: 2008 setzten die Dax-Konzerne rund 1,155 Billionen Euro um und damit drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die Zahl der Beschäftigten stieg weltweit um vier Prozent auf 3,7 Millionen. In Deutschland allerdings sank die Zahl der Mitarbeiter um 0,5 Prozent.
Die deutlich gesunkenen Gewinne führten auch zu deutlich weniger Steuerzahlungen: „An den deutschen Fiskus führten die Unternehmen 26 Prozent weniger Steuern ab als im Vorjahr“, heißt es in der Studie weiter.
Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr fällt bei Ernst & Young pessimistisch aus: „Angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage wird sich die Profitabilität der Konzerne im laufenden Geschäftsjahr weiter deutlich verschlechtern mit entsprechenden Auswirkungen auf die Steuerzahlungen“, erwarten die Wirtschaftsprüfer. Die öffentliche Hand werde mit „erheblichen Steuerausfällen“ rechnen müssen.
Die Großkonzerne beschäftigen der Studie zufolge immer weniger Menschen in Deutschland. Der Anteil der deutschen Mitarbeiter sei im vergangenen Jahr um zwei Prozentpunkte auf 43 Prozent gesunken.
Im gleichen Zeitraum sei die Zahl der Beschäftigten im Ausland um rund sieben Prozent gewachsen. Insgesamt erwirtschafteten die deutschen Großkonzerne zwei Drittel ihres Umsatzes im Ausland und nur ein Drittel in Deutschland.
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AFP/AP/oht



