Daimler-Chef Dieter Zetsche hat den Vorstoß von US-Präsident Barack Obama für einen sparsameren Spritverbrauch begrüßt. Die landesweiten Vorgaben verhinderten eine Aufsplittung des Marktes, sagte Zetsche dem „Handelsblatt“ in Washington, wo er an der Präsentation der Pläne teilgenommen hatte.

Nun gebe es Planungssicherheit für die nächsten sieben Jahre. Die Beteiligung am kalifornischen Elektro-Sportwagenbauer Tesla Motors bezeichnete Zetsche als Investition in die Zukunft. „Es ist sinnvoll, sich jetzt in diesem Zukunftsfeld strategisch zu positionieren“, betonte er. Eine vollständige Übernahme Teslas schloss er vorerst aus.

Auch BMW begrüßte das Vorhaben. Die Ankündigung sei „ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung für in den USA tätige Automobilhersteller wie der BMW Group“, erklärte Finanzvorstand Friedrich Eichiner.

Nach Obamas Plänen muss der durchschnittliche Benzinverbrauch pro 100 Kilometer bis 2016 um knapp 30 Prozent auf 6,6 Liter sinken. Das Konzept bleibt hinter den strengeren Vorgaben in der EU zurück, weswegen den meisten europäischen Herstellern die Einhaltung der neuen Grenzwerte leicht fallen dürfte. Daimler will künftig mit Tesla Elektroautos bauen und ist deswegen mit einer Beteiligung von zehn Prozent bei den Kaliforniern eingestiegen.

Obama stellte das Programm am Dienstag gemeinsam mit führenden Kongressmitgliedern, Vertretern der Autoindustrie und der Gewerkschaften in Washington vor.

Die Leiterin von Obamas Beraterstab für Energie und Klima, Carol Browner, bezeichnete das Vorhaben als „wirklich historisch“. Diese schärferen Umweltstandards seien längst überfällig, sagte sie im Fernsehen. Die Regierung habe bei der Planung eng mit der Autoindustrie und Umweltgruppen zusammengearbeitet, betonte Browner. Neuwagenkäufer müssen nach der vollständigen Umsetzung der Pläne im Jahr 2016 mit zusätzlichen Kosten von etwa 1.300 Dollar (965 Euro) rechnen.

Obamas Pläne orientieren sich an den strengen Auflagen im Staat Kalifornien. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger lobte Obamas Vorschläge. „Heute sehen wir, was passiert, wenn Kalifornien in der Energie- und Umweltpolitik das Heft in die Hand nimmt“, sagte er. Kalifornien und 13 weitere US-Staaten haben die Regierung in Washington zuvor mehrfach zu strengeren Standards für den Schadstoffausstoß auf Bundesebene aufgefordert.

Reuters/AP/dma