Bisher scheiterte die Idee eines Zusammenschlusses von Karstadt und Kaufhof vor allem daran, dass trotz magerer Ergebnisse und sinkender Umsätze keiner der potenziellen Partner seine Eigenständigkeit aufgeben wollte. Jetzt aber könnte die Not bei Karstadt groß genug sein, es doch zu tun. Es wäre eine gute Lösung.
Zwar will Arcandor-Chef Eick nicht als notleidender Juniorpartner in die Gespräche mit Metro gehen. In der prekären Situation, in der sein Unternehmen steckt, wird er Cordes aber kaum die Führungsrolle abschlagen können. Schließlich könnte auch Eick selbst profitieren, würde er durch den Cordes-Plan doch das größte Problem seines Konzerns weitgehend los – nämlich Karstadt. Metro wiederum würde sich so ausländische Karstadt-Interessenten als Konkurrenten in Deutschland vom Leibe halten.
Tatsächlich könnte ein sanierter deutscher Warenhauskonzern irgendwann sogar interessant für Investoren werden. Allerdings müssen dafür viele Häuser geschlossen und Stellen gestrichen werden. 250 Kaufhäuser oder mehr – das gibt der deutsche Markt nicht her.
Die – längst überfälligen – schmerzhaften Einschnitte dürften aber das kleinere Übel im Vergleich zu einer Insolvenz von Karstadt oder des gesamten Arcandor-Konzerns sein. Das weiß auch die Gewerkschaft Ver.di. Das größte Hindernis für die Kaufhaus AG könnte das Bundeskartellamt werden. Legen die Wettbewerbshüter in diesem Fall dieselben strengen Kriterien an wie zuletzt bei der Übernahme von Plus durch Edeka, wird es die Warenhaus AG niemals geben.
Denn das neue Unternehmen nähme tatsächlich eine Art Monopolstellung ein. Allerdings fragt sich nach vielen Jahren des Warenhaussterbens, welcher Konkurrent gegen dieses Quasi-Monopol eigentlich noch geschützt werden muss.




