Die US-Börsen haben sich mit Gewinnen aus der Handelswoche verabschiedet. Der Dow Jones erreichte im Verlauf zum ersten Mal seit September 2008 die Marke von 11.000 Punkten, schloss aber knapp darunter. Treibende Kraft an der Wall Street waren Energiewerte, die am Freitag vor allem von einem Milliarden-Deal des Gaskonzerns Atlas Energy profitierten. Der indische Energieriese Reliance Industries will in ein Gas-Projekt der Amerikaner einsteigen. Atlas-Aktien schossen mehr als 20 Prozent in die Höhe. Auch ein optimistischer Ausblick von Chevron half der Branche. Nachrichten aus Europa schürten zudem bei den New Yorker Anlegern Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Zitterpartie um Griechenland.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 11.000,98 und einem Tief von 10.926 Punkten. Er ging 0,6 Prozent höher bei 10.997 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte 0,7 Prozent auf 1194 Stellen. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,7 Prozent und zwar auf 2454 Punkte. Auf Wochensicht ergibt sich beim Dow ein Plus von 0,6, beim S&P von 1,4 und bei der Nasdaq von 2,1 Prozent. In Frankfurt schloss der Dax 1,3 Prozent höher bei 6249 Punkten.

Die Energiewerte profitierten laut Tom Schrader von Stifel Nicolaus Capital vor allem von dem Atlas-Deal. So auch die SchwergewichteExxon und Chevron, die um 1,3 und 2,4 Prozent zulegten. ConocoPhillips-Papiere verteuerten sich um 2,6 Prozent. Chevron sorgte mit seinem positiven Ausblick selbst für gute Stimmung: Der Konzern hatte am Vortag erklärt, die Raffinerie- und Marketingspate würden im ersten Quartal wieder Gewinn machen. Zusammen mit erfreulichen Zahlen zu den Großhandelslagerbeständen gab das den Anlegern Grund zum Konjunkturoptimismus.

„Wenn wir das Griechenland-Thema abhaken dürfen, können wir uns zentralen Themen zu Hause zuwenden“, sagte John O'Brien von MKM Partners. „Das Griechenland-Drama beschäftigt uns seit Wochen“, sagte auch Rick Meckler von LibertyView Capital Management. „Der Markt geht zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass die Situation gelöst werden kann.“ Wenig später sagte ein Eingeweihter in Brüssel der Nachrichtenagentur Reuters, beim Treffen des Wirtschafts- und Finanzausschusses hätten die Euro-Staaten eine Einigung über die Konditionen möglicher Hilfskredite für das hoch verschuldete Mittelmeerland erzielt.

Nach einer Berg- und Talfahrt in der vergangenen Woche schoss die Aktie des Handyherstellers Palm unter dem Eindruck von Übernahmespekulationen erneut in die Höhe: Das Papier verteuerte sich an der Nasdaq um fast elf Prozent. Berichte machten die Runde, HTC aus Taiwan wolle den US-Konzern schlucken.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 968 Millionen Aktien den Besitzer. 2053 Werte legten zu, 968 gaben nach und 130 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,1 Milliarden Aktien 1454 Titel im Plus, 1198 im Minus und 146 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen auf 97-29/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,88 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen auf 98-07/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,74 Prozent.

dpa/cl