Erntehelfer

Polen helfen wieder beim Spargelstechen

Das Edelgemüse Spargel wird zum Saisonsstart günstiger sein als in den Vorjahren. Die Bauern freuen sich über eine reichliche Ernte und auch die Helfer aus Rumänien und Polen sind wieder da. Der starke Euro hat die Arbeit für die ausländischen Erntehelfer in Deutschland wieder attraktiver gemacht.

Im größten Spargel-Anbaugebiet Deutschlands rund um das brandenburgische Beelitz hat die Ernte begonnen. Wie ihre Kollegen im Süden und Westen sind auch die Bauern hier sehr optimistisch: "Im April werden wir eine Rekordernte erzielen, wie wir sie noch nie gesehen haben“, sagt Jan Jakobs, stellvertretender Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins zur Eröffnung der Saison. Auf knapp 1000 Hektar der sandigen Felder rund um die Stadt wird das Edelgemüse angebaut.

Im ganzen Bundesgebiet stechen Erntehelfer jetzt die weißen Stangen – und anders als in den vergangenen Jahren finden Spargelbauern in dieser Saison wieder mühelos Arbeiter. Viele osteuropäische Arbeitskräfte waren in den vergangenen Jahren lukrativeren Angeboten aus Großbritannien und Irland gefolgt, so dass die Landwirte teilweise sogar Spargelfelder stilllegen mussten.

In der Finanzkrise ist die Arbeit auf den Feldern bei Arbeitern aus Rumänen und Polen aber wieder attraktiver – auch dank des starken Euro. "Im Vergleich zum letzten Jahr ist das eine totale Kehrtwende“, sagt Wolfgang Böser, der Vorsitzende des Verbands der Süddeutschen Spargel- und Erdbeeranbauer.

Vom wettergetriebenen reichlichen Spargelangebot profitieren auch die Verbraucher: Sie zahlen für Spargel zum Saisonauftakt deutlich weniger als im vergangenen Jahr, als die Ernte besonders schlecht war. Aktuell kostet ein Kilo bester Qualität direkt auf den Höfen in Brandenburg zwischen sechs und acht Euro. Im vergangenen Jahr, als überall Regenpfützen, aber kaum Spargelstangen auf den Feldern standen, waren es deutlich mehr als zehn Euro. "Ab Anfang Mai werden die Verbraucher natürlich immer weniger bezahlen müssen“, kündigt der Beelitzer Vereins-Vize Jakobs an.