Deutschlandfonds

Unternehmen Solon erhält Staatsbürgschaft

Das Berliner Unternehmen Solon kann einen Sieg im Kampf ums Überleben feiern. Die Firma mit 900 Mitarbeitern erhält eine Staatsbürgschaft in Höhe von 146 Millionen Euro. Damit dürfte auch eine Einigung mit den Banken über eine kurzfristige Umschuldung positiv ausgehen.

Das Berliner Solarunternehmen Solon hat im Überlebenskampf einen wichtigen Erfolg erzielt. Solon erhält aus dem Deutschlandfonds eine Ausfallbürgschaft vom Bund und den Ländern Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von 146 Millionen Euro. Mit dieser Unterstützung dürfte nun eine Einigung mit den Banken über eine Umschuldung kurzfristiger Kredite in Höhe von 200 Millionen Euro nur noch eine Formsache sein.

Solon ist im vergangenen Jahr in eine existenzbedrohende Lage geraten. Der Preisverfall für Solarmodule sowie der Absturz des Geschäfts im wichtigen Markt Spanien sorgten für einen drastischen Verlust 2009. Das Minus betrug 195 Millionen Euro. Zudem plagen das Unternehmen hohe Schulden und der Absatz der Produkte ging zurück. Die dramatische Finanzlage hat auch Auswirkungen auf das Tagesgeschäft. Wie Solon-Chef Stefan Säuberlich vor kurzem Morgenpost Online sagte, liegen derzeit zwei Großaufträge auf Eis. Säuberlich zufolge warten die Kunden, ob Solon eine Einigung mit den Banken hinbekommt.

Das sei nun nur noch eine Frage der Zeit, sagt Solon-Sprecherin Therese Raatz. Allerdings ließ sie offen, in welchem Zeitraum das gelingen könnte. Solon-Chef Säuberlich hatte gesagt, bis Ende dieses Monats solle eine Einigung mit den Banken stehen.

Der Deutschlandfonds wurde eingerichtet, um Unternehmen zu helfen, die im Zuge der Finanzkrise in Not gerieten. Solon hat diese Krise besonders hart getroffen. Das Unternehmen zählt den Bau von Fotovoltaik-Kraftwerken, also Großanlagen für professionelle Stromerzeuger, als Kerngeschäft. Derartige Projekte sind aber teuer, kosten schnell 50 Millionen Euro und mehr. Ohne Banken und andere Finanzinstitute ist eine Finanzierung nicht machbar. Nach der Finanzkrise wurden die Banken jedoch knauserig – das Anlagengeschäft litt darunter. Das zeigt sich auch an der Umsatzentwicklung. 2008 machte Solon noch einen Umsatz von mehr als 800 Millionen Euro. Vergangenes Jahr waren es nur noch 354 Millionen Euro. Wegen der Krise musste im Januar Solon-Chef Thomas Krupke gehen. Säuberlich, ein Sanierungsexperte, ersetzte ihn.

Der Manager kann nun mit der Zusage einen wichtigen Erfolg in seiner noch kurzen Amtszeit verbuchen. Konkret sieht die Bürgschaft wie folgt aus: Die drei Partner – Bund, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, bürgen für über 80 Prozent eines Kredites. Davon entfallen 48 Prozent auf den Bund, 25,6 Prozent auf Berlin und 6,4 Prozent auf Mecklenburg-Vorpommern.

Derweil kommt das Geschäft mit den Solarmodulen nach Unternehmensangaben wieder in Gang. Säuberlich erwartet für dieses und nächstes Jahr deutliches Wachstum. Vor allem international wollen die Berliner mehr Geschäfte machen. Die USA, Italien und neuerdings auch Frankreich sind die Absatzmärkte, die man bei Solon besonders im Auge hat. Zudem erwägt Säuberlich den Aufbau einer Produktion in Südostasien. Bis zum Ende des Jahres wird darüber entschieden.

Zurzeit fertigt Solon seine Module am Stammsitz in Adlershof, in Greifswald sowie in Italien und den USA. Wichtigster Produktionsstandort ist Greifswald. Das ist auch der Grund, warum sich Mecklenburg-Vorpommern an der Bürgschaft beteiligt. Insgesamt beschäftigt Solon 900 Mitarbeiter, rund die Hälfte arbeitet in Berlin.