Karl-Gerhard Eick wird in der Erinnerung der meisten Wirtschaftsbeobachter einen festen, wenn auch wenig erstrebenswerten Platz finden. Er ist der Mann, der Arcandor retten wollte, aber innerhalb weniger Monate in die Insolvenz und dann in die Abwicklung führte. Und er ist der Manager, der für ein halbes Jahr – harter, aber letztlich erfolgloser – Arbeit bis zu 15 Millionen Euro bekommt, während Tausende seiner Mitarbeiter vor dem Nichts stehen.

Doch wie so oft ist es ganz so einfach nicht. Man kann Eick nicht vorwerfen, dass er die Rettung dieses maladen Unternehmens versucht hat, im Gegenteil. Die Wirtschaft braucht solche Kämpfer. Und jenseits aller populistischen Empörung ist es durchaus in Ordnung, dass er eine finanzielle Absicherung dafür verlangte, dass er seinen sicheren Telekom-Vorstandsposten für den heißen Stuhl bei Arcandor aufgab.

Auch trägt er am Scheitern seines Sanierungsplans nur zum kleinen Teil die Schuld. Vielleicht hat er sich zu sehr auf die finanzielle Unterstützung der Alteigentümer und des Staates verlassen, das muss er sich vorwerfen lassen. Wahrscheinlich aber war es längst zu spät, als der Telekom-Manager im März zu Arcandor wechselte.

Eicks öffentliche Rolle als Buhmann führt vor allem deshalb in die Irre, weil sie von jenen ablenkt, die deutlich mehr Verantwortung für das Desaster tragen. Und das sind vor allem die Vorstände der vergangenen zehn Jahren, die die Hauptprobleme des Konzerns nicht wirklich angingen: den Kunden- und damit den Geldverlust bei Karstadt und Quelle.

Stattdessen kauften sie andere Unternehmen dazu, was die Probleme im Kerngeschäft nicht löste, sondern nur noch mehr Substanz vernichtete. Die Aufsichtsräte nickten dieses Treiben ab. Hätten die Verantwortlichen weniger an sich und mehr ans Unternehmen gedacht, hätte das Amtsgericht Essen gestern wohl nicht das Insolvenzverfahren eröffnen müssen.

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