Stephan Schwarz, Unternehmer und Präsident der Berliner Handwerkskammer, hatte bei Maybrit Illner darüber berichtet, wie er vergeblich via Arbeitsagentur versuchte, 100 neue Jobs im Reinigungsgewerbe zu besetzen. Am Freitag will sich der Chef des Dienstleistungsunternehmen GRG Service Group mit Margit Haupt-Koopmann, Regionalchefin der Berliner Bundesagentur für Arbeit (BA), treffen.

Die Behörde hatte in dem Unternehmen im Januar eine Jobbörse organisiert. 130 Leute wurden eingeladen, 35 kamen, letztlich wurde nur eine Stelle besetzt. Schwarz sagte daraufhin im Fernsehen, den Arbeitgeberservice der BA nicht mehr in Anspruch nehmen zu wollen. Zumal sich nach seinem Auftritt mehr als 300 Bewerber meldeten, die sich nach Auskunft des Unternehmers als weitaus tauglicher erwiesen. Nun gibt er sich optimistisch, die 100 Stellen, Reinigungsjobs in Berliner Hotels, schnell besetzen zu können.

Mittlerweile hat der Fall überregional für Aufsehen gesorgt. Zeitungen und Magazine aus dem ganzen Land zeigen Interesse. Gleichzeitig gab es Berichte, wonach Schwarz' Unternehmen nicht unschuldig an der erfolglosen Bewerbung gewesen sein soll. Konkret geht es um einen Passus, dem das Unternehmen zugestimmt haben soll. Durch diesen kann die Arbeitsagentur keine Sanktionen gegen unwillige Bewerber verhängen. Eine solche Vereinbarung hat es jedoch nach Auskunft der Regionaldirektion nicht gegeben.

Schwarz hatte nach dem Misserfolg der Jobbörse geäußert, dass Sanktionen gegen unwillige Bewerber zu selten verhängt würden. Der Unternehmer führt das auf Schwächen im Gesetz zurück. Im Gespräch mit der Berliner BA-Chefin soll es nun darum gehen, ob er weiter die Dienste der Behörde in Anspruch nimmt, wenn er Stellen zu besetzen hat.

hev