Nach einem durchwachsenen Handelsstart konnte sich der deutsche Aktienmarkt am Montag im Handelsverlauf wieder in die Gewinnzone vorarbeiten. Bis zum Handelsschluss stieg der Dax um 0,8 Prozent auf 5654 Zähler. Für den MDax ging es um ein Prozent auf 7578 Punkte nach oben und der TecDax gewann 0,7 Prozent auf 812 Zähler. Für die bessere Laune sorgten Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA.
Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe in der Eurozone hellte sich im Januar stärker auf als zunächst ermittelt, und in den USA war der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Januar überraschend klar von 54,9 Punkten auf 58,4 Zähler gestiegen. Hingegen sanken die Bauausgaben in den USA im Dezember stärker als erwartet. Das US-Handelsministerium wies ein Minus zum Vormonat von 1,2 Prozent aus.
Am Rentenmarkt gab der Bund-Future nach den positiven Konjunkturdaten seine frühen Gewinne fast vollständig ab und notierte zuletzt noch zwölf Ticks höher bei 123,50 Punkten. Die richtungweisende zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,185 Prozent. Der Euro, der im frühen Geschäft noch bis auf 1,3854 Dollar nachgegeben hatte, konnte sich im Handelsverlauf wieder knapp über der Marke von 1,39 Dollar etablieren. Zuletzt wechselte die Gemeinschaftswährung bei 1,3906 Dollar den Besitzer.
Finanzwerte standen ganz oben auf den Kauflisten der Anleger. So rückten Commerzbank 3,3 Prozent vor, Papiere des Branchenprimus Deutsche Bank verbesserten sich um 2,9 Prozent. Die Anteilscheine der Postbank gewannen 0,7 Prozent, während Allianz sich nur minimal um 0,1 Prozent verbesserten. Die Papiere zählten zu den elf deutschen Finanzwerten, die vom Verbot mit Leerverkäufen durch die Aufsichtsbehörde BaFin betroffen waren. Aufgrund der entspannteren Lage an den Finanzmärkten hob die BaFin jetzt das Verbot mit Wirkung vom Montag wieder auf.
Nach zahlreichen positiven Analystenkommentaren gehörten Infineon erneut zu den gefragten Werten. Sie gewannen an der Dax-Spitze 4,7 Prozent. Die Chipbranche strahlt nach einem schwierigen Jahr wieder Zuversicht aus. Zwar habe der Halbleitermarkt 2009 weltweit einen Umsatzrückgang von neun Prozent auf 226,3 Mrd. Dollar erlitten, teilte der Branchenverband SIA mit. Die Trendwende habe aber bereits eingesetzt. Im Dezember sei der Umsatz binnen Jahresfrist um 29 Prozent gestiegen.
Die Furcht vor staatlich verordneten Preisnachlässen belastete die Pharmawerte nur zeitweise. Nach Anfangsverlusten erholten sich die Vorzüge von Fresenius wieder auf plus 0,8 Prozent, Bayer notierten nach einem anfänglichen Minus von 1,9 Prozent 0,3 Prozent im Plus. Anteilscheine von Merck grenzten ihren Verlust auf zuletzt 0,6 Prozent ein. Im MDax ragten die Papiere von Krones mit einem Aufschlag von 7,7 Prozent hervor. Angeschoben wurden sie von der Aussicht des Unternehmens auf die Rückkehr in die Gewinnzone. Der Finanzvorstand des Abfüllanlagen-Herstellers hatte in einem „FAZ“-Interview schwarze Zahlen für das erste Halbjahr angekündigt. Medion erhielten Auftrieb von einem Analystenkommentar der Deutschen Bank und stiegen um 3,8 Prozent. „Die Kosteneinsparungen über die letzten zwei Jahre waren deutlich höher als wir es für möglich gehalten hatten“, schrieben die Experten. Sie erhöhten ihr Kursziel von 8,50 Euro auf elf Euro und bekräftigen zudem ihre Kaufempfehlung.
Im TecDax rückten die Aktien von Manz nach positiven Aussagen der Credit Suisse um 4,8 Prozent vor. Die Experten hatten das Papier von „Neutral“ auf „Übergewichten“ hochgestuft. Eine Herunterstufung durch die Credit Suisse belastete dagegen die Titel von Centrotherm, die sich um 1,2 Prozent verbilligten. Bei den Käufern der neuen Polysilizium-Anlagen von Centrotherm laufe die Produktion offenbar nur schleppend an, hieß es in einem Kommentar.
wej./Reuters/dma




