Die schwere Absatzkrise auf dem Automarkt hat den erfolgsverwöhnten Sportwagenbauer Porsche erreicht. Im laufenden Geschäftsjahr 2008/09 (31. Juli) werde mit einem „spürbaren Rückgang der Absatzzahlen“ gerechnet, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking in Stuttgart. Vor allem in den USA, dem wichtigsten Markt des Sportwagenbauers, lasse sich die weitere Entwicklung kaum noch zuverlässig kalkulieren.
Die geplante Erhöhung des VW-Anteils auf über 50 Prozent wird voraussichtlich 2008 nicht mehr gelingen. „Angesichts des gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeldes wird es zunehmend unwahrscheinlicher, dass wir dieses Ziel noch in diesem Kalenderjahr erreichen können“, sagte Wiedeking.
Porsche hält laut Wiedeking dennoch am Ziel fest, 2009 seine Mehrheit bei VW auf 75 Prozent aufzustocken. Der Sportwagenbauer hält bisher 42,6 Prozent der VW-Anteile und hat sich weitere 31,5 Prozent über Optionen gesichert.
Von Anfang August bis Ende November sank der Porsche-Umsatz von 2,36 Milliarden Euro im Vorjahr auf voraussichtlich leicht über zwei Milliarden Euro. Der Absatz ging um 5500 auf 25.200 Sport- und Geländewagen zurück. Zum Gewinn wurden keine Angaben gemacht.
Zuvor hatte Porsche bereits angekündigt, die Produktion zu drosseln und im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen bis Ende Januar die Bänder an acht Tagen stillstehen zu lassen. Porsche will so 1280 Autos der Baureihe 911 weniger produzieren. Von den Maßnahmen sind rund 2500 Mitarbeiter betroffen.
Aufgrund des weltweiten Nachfragerückgangs hätten im Stammwerk Zuffenhausen erstmals am 21. November die Bänder stillgestanden. Da die Arbeitszeitkonten der Porsche-Mitarbeiter wegen der hohen Produktionsauslastung im letzten Jahr gut gefüllt seien, sei der Ausgleich ohne Kurzarbeit möglich.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 hatten die Stuttgarter dank der Beteiligung an VW einen Gewinnsprung verbucht und das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte eingefahren. Der Vorsteuergewinn lag mit 8,57 Milliarden Euro deshalb sogar erstmals über dem Umsatz von 7,46 Milliarden Euro.
Aus dem Bau und Verkauf von Sportwagen stammte lediglich ein Anteil von einer Milliarde Euro des Gewinns. Den weitaus größeren Teil trugen Effekte aus der Volkswagen-Übernahme bei, vor allem Aktienoptionen.
Den Gegenwind von den wichtigen Märkten USA und Deutschland bekamen die Stuttgarter aber schon zu spüren. Beim operativen Geschäft vor Steuern kamen sie mit rund einer Milliarde Euro nicht über das Vorjahresniveau hinaus. Der Absatz stieg leicht auf 98.652 Fahrzeuge.
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