Ein heftiger Exporteinbruch und der Höhenflug des Yen haben Japan erstmals seit 13 Jahren ein Defizit in der Leistungsbilanz beschert. Wie das Finanzministerium bekannt gab, belief sich der Fehlbetrag im Januar 2009 auf den Rekordwert von 172,8 Milliarden Yen (1,4 Milliarden Euro). Das ist das höchste Defizit seit der Veröffentlichung vergleichbarer Daten im Januar 1985.
„Die Verbraucher in Asien, Europa, im Mittleren Osten und den USA kaufen derzeit keine kostspieligen japanischen Waren wie Autos oder Elektronikartikel“, erklärte der Volkswirt Hiroshi Watanabe vom Forschungsinstitut Daiwa. „Die exportorientierte japanische Wirtschaft wird von Wellen der weltweiten Wirtschaftskrise in Wellen verschlungen.“
Zuletzt war die Leistungsbilanz der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt 1996 in die roten Zahlen gerutscht. Die Leistungsbilanz setzt sich aus dem Handel mit Waren und Dienstleistungen sowie den Einnahmen aus Investitionen und anderen Kapitaltransfers zusammen.
Japans Exporte waren in Folge der Weltwirtschaftskrise im Berichtsmonat um 46,3 Prozent auf 3,3 Billionen Yen geschrumpft und damit im nunmehr vierten Monat in Folge. Die Einfuhren nach Japan sanken im dritten aufeinanderfolgenden Monat um 31,7 Prozent auf 4,1 Billionen Yen. Das ergab ein Handelsdefizit in Höhe von 844,4 Milliarden Yen. Das ist der höchste Fehlbetrag seit 1985.
Die Zahlen belegen, wie stark das exportabhängige Japan die Folgen der globalen Krise zu spüren bekommt. Es ist erst das vierte Mal seit Erstellung der Daten 1985, dass Japans Leistungsbilanz ein Defizit verzeichnete. Dies war 1996, 1991 und 1990 der Fall, stets im Januar.




