Das US-Finanzministerium will ein Limit für die Bonuszahlungen an Bankmanager einführen. Eine solche Prämienobergrenze sei Teil einer neuen Version des Rettungsplans für den Finanzsektor, berichtete die „Financial Times“ auf ihrer Internetseite. Mit dieser Änderung des Rettungspakets wolle die Regierung das öffentliche Vertrauen in den Bankensektor wieder herstellen und sicherstellen, dass ihre Hilfen nicht in überzogene Gehälter fließen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise.
Welche Höchstgrenzen das Ministerium plant, war zunächst nicht bekannt. Eine neue Version des Rettungsplans, der in seiner ursprünglichen Fassung 700 Milliarden Dollar umfasst, soll in der kommenden Woche vorgelegt werden.
US-Präsident Barack Obama hat sich empört über Milliardenprämien für Bankmanager geäußert. Dass die Wall-Street-Banken im Krisenjahr 2008 immer noch Boni in Höhe von gut 18 Milliarden Dollar auszahlten, sei „der Gipfel der Verantwortungslosigkeit“, sagte Obama. Banken und Finanzkonzerne in den USA hatten teils milliardenschwere staatliche Hilfen aus Steuergeld erhalten.
Wie hoch die Abschläge bei Bankmitarbeitern in Deutschland ausfallen werden, ist noch offen. Vor März stehen bei den großen Instituten keine Ausschüttungen an. „Die Summe der Boni wird bestimmt um mehr als die Hälfte sinken“, sagt Christine Kuhl von der Personalberatung Ray & Berndtson. Claes Smith-Solbakken von der auf Finanzdienstleister spezialisierten Personalberatung Smith & Jessen geht sogar von „60 bis 80 Prozent weniger“ aus. Beide sind sich einig, dass die Einschnitte umso härter ausfallen werden, je höher die Boni des jeweiligen Mitarbeiters im Vorjahr waren. „Führungskräfte werden weitaus mehr Abstriche machen müssen als einfache Kundenberater“, sagt Kuhl.
Noch wird in den Bankzentralen gerechnet – und beobachtet, was die Konkurrenten tun. Boni wird es wohl trotz Bankenkrise geben.
Selbst bei der vor dem Zusammenbruch stehenden Hypo Real Estate will man auf solche Anreize nicht verzichten. „Wir müssen in einigen Bereichen beste Spezialisten beschäftigen – und da müssen wir im Interesse der Bank flexibel sein“, sagt Bankchef Axel Wieandt. Dass sich immer noch sehr viele für unverzichtbare Spezialisten halten, erfährt auch Personalberater Smith-Solbakken in seinem Alltag: „Einige Banker sind weiterhin der Meinung, dass sie wert sind, was sie in den vergangenen Jahren bekommen haben.“
jos/sei/AFP/PHJ





