Die Deutsche Bank hat verärgert auf Kritik des EKD-Ratsvorsitzenden, Bischof Wolfgang Huber, an Vorstandschef Josef Ackermann reagiert. Huber hatte Ackermann in einem am Heiligabend verbreiteten Interview vorgeworfen, überzogene Renditeziele vorgegeben und damit Gewinnvorstellungen Vorschub geleistet zu haben, von denen klar sei, dass sie irgendwann zusammenbrechen müssten.

In der „Berliner Zeitung“ kritisierte der evangelische Bischof, Vorgaben wie die Ackermanns seien eine „Form des Götzendienstes“, der ihn an den „Tanz ums goldene Kalb“ erinnere. „In den aktuellen Zusammenhängen ist das Geld zum Gott geworden“, sagte der Bischof.

Nachhaltige Wertsicherung müsse Vorrang vor dem kurzfristigen Gewinn und der Bezahlung der Bankiers haben.

Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag, das Geldinstitut betrachte die „persönliche Attacke von Bischof Huber“ auf Ackermann am Heiligabend „sowohl in der Sache wie in der Form als unangebracht“.

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx sagte in der Christmette an Heiligabend, eine Wirtschaft, die die Würde des Menschen nicht in den Mittelpunkt stelle, zerstöre letztlich die Grundlagen des menschlichen Miteinanders. Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst warnte mit Blick auf den Finanzplatz Frankfurt: „In den glitzernden Wolkenkratzern des Geldes und Kommerzes geht der Ausblick verloren, wenn Menschen sich im Sog des immer mehr und immer höher verlieren.“

Reuters/AP/omi