Die CSU hat die deutschen Autohersteller aufgefordert, ein Konzept zur Kooperation oder Übernahme von Opel vorzulegen, um die deutschen Opel-Standorte zu retten. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt forderte den krisengeschüttelten Mutterkonzern General Motors (GM) auf, den Weg für einen Neuanfang des Rüsselsheimer Autobauers freizumachen. „Deutschland muss GM klarmachen, dass es Finanzhilfen vom Bund nur gibt, wenn im Gegenzug Opel aus dem GM-Konzern herausgelöst wird", sagte Dobrindt. "Die heimischen Autokonzerne sollten sich zusammentun und rasch ein gemeinsames Konzept für eine Kooperation oder sogar eine Übernahme vorlegen", sagte er weiter.

Industrie-Experte Rudolf Hickel, der Direktor des Instituts für Arbeit und Wirtschaft (IAW) an der Universität Bremen, sieht das anders. Er forderte derweil, dass die rund 26.000 Opel-Beschäftigten an der Rettung des Autobauers beteiligt werden sollen. „GM sollte Opel-Anteile an Bund und Länder abgeben, die Mitarbeiteraktien an die Belegschaft weiterreichen könnten. Dann wären die Beschäftigten in die Rettung einbezogen. Das schafft Zusammenhalt und zusätzliche Motivation", sagte der Wirtschaftswissenschaftler dem Blatt. Nach Informationen der Bild-Zeitung wird die Möglichkeit einer Mitarbeiterbeteiligung im Rahmen der Vorbereitung eines Sanierungskonzepts bereits im Konzern beraten.

Automobilexperte Willi Diez, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft, sieht vor allem Franzosen und Chinesen als Opel-Partner. PSA Peugeot fehle zum Beispiel ein starker Allianz-Partner, der beim Einsparen beträchtlicher Kosten helfe, sagte Diez der Zeitung. Zudem passe in diesem Fall das Image der Beteiligten zueinander und die hohe Kompetenz bei Dieselmotoren sei für Opel von Interesse. Der indische Konzern Tata, der bereits Jaguar und Land Rover übernommen hatte, sowie die chinesischen Hersteller Chery und Geely sieht Diez zudem als potenzielle Interessenten für Opel: „Ein Massenhersteller wie Opel wäre wegen des Know-hows und des Vertriebs- und Servicenetzes begehrenswert." Deutsche Autohersteller kämen indes nicht als strategische Partner für Opel in Frage.

GM will im Rahmen seines Sanierungsplans weltweit 47.000 Arbeitsplätze streichen, 26.000 davon außerhalb der USA. Bei der Präsentation der Pläne hatte GM-Chef Rick Wagoner erstmals eine teilweise Trennung von Opel ins Auge gefasst. Nach Meinung von Experten wäre das Europageschäft von GM mit den Marken Opel, Vauxhall und Saab mit rund zwei Millionen produzierten Autos im Jahr allein kaum überlebensfähig und benötigte einen Partner.

Der ebenfalls zum US-Konzern General Motors (GM) gehörende Autohersteller Saab hat indes Insolvenzantrag gestellt, plant aber die Produktion fortzusetzen. Das beschloss der Aufsichtsrat am Freitagmorgen. Als mögliche Rettung für Saab gilt nach Medienberichten ein Zusammengehen mit Opel. Saab hat im vergangenen Jahr 94.000 Autos abgesetzt und beschäftigt 4000 Mitarbeiter. Das Unternehmen fährt seit mehreren Jahren hohe Verluste ein.

Reuters/dma