Die Worte des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers hören sich besser an, als sie in Wirklichkeit sind. „Es gibt keine Entscheidung zur Schließung von Standorten in Deutschland, auch nicht Bochum“, sagte Rüttgers nach einem Gespräch mit dem Chef von General Motors, Rick Wagoner.

Was so bedeutungsvoll klingt, ist doch nur ein Hoffnungsschimmer für die Opelaner in Deutschland, aber keine Bestandsgarantie.

Denn auch nach dem Treffen von Rüttgers und Wagoner ist vor allem eines sicher: Das Tauziehen um die Zukunft der Marke mit dem Blitz geht weiter. Wagoner will sich nicht festlegen, weil er Angst hat, mögliche Geldgeber in Deutschland zu verprellen. Und Rüttgers hat deutlich gemacht, dass es nur dann staatliche Hilfen gibt, wenn die vier deutschen Werke in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach erhalten bleiben.

Dass es Einschnitte bei Opel geben wird, ist indes unvermeidlich.

Die Betriebsräte haben zumindest bereits signalisiert, dass sie etwa zur Einführung einer Vier-Tage-Woche bereit sind, um Kosten zu senken. Die Politik will ebenfalls helfen – vorausgesetzt es gibt ein klares Konzept.

Doch gerade daran fehlt es. Bisher hat General-Motors-Chef Wagoner nur gefordert, dass in Europa 1,2 Mrd. Dollar gespart werden sollen. Wie, ist völlig offen. Ein gewaltiges Fragezeichen steht auch hinter einer möglichen Herauslösung von Opel oder einer Beteiligung Dritter.

Wagoner ist auch hier Konkreteres schuldig geblieben. Zahlreiche Fragen sind vor einer Herauslösung zu klären: Wie will man Opel bewerten? Was gehört eigentlich zu Opel? Und: Wer will und braucht Opel überhaupt?

Die Marke mag ja noch einen Wert haben. Ansonsten aber gibt es in der weltweiten Autoindustrie derzeit keinen Bedarf an Fabriken und Arbeitskräften. Das ist die bittere Wahrheit.

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