Autokrise

Opel soll Arbeitskosten um zehn Prozent senken

Bei Opel haben sich Arbeitnehmervertreter gegen die Sparforderungen des Managements gestellt. Die Muttergesellschaft GM müsse zunächst einen zukunftsfähigen Geschäftsplan vorlegen, bevor man über Beiträge der Belegschaft sprechen könne. GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster fordert die Senkung der Arbeitskosten um mindestens zehn Prozent.

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Der Opel-Mutterkonzern General Motors will seine Arbeitskosten um mindestens zehn Prozent senken. In einem Brief an die Belegschaft, aus dem das Magazins "auto motor und sport“ zitierte, schreibt GM-Europachef Carl-Peter Forster, es müssten Arbeitszeiten gekürzt, Gehaltskosten gesenkt sowie weitere Initiativen zur Kostensenkung ergriffen werden. Die Arbeitnehmervertretung von GM Europa wies die Forderung umgehend zurück.

Vorerst will Forster nach eigenen Angaben ohne Personalabbau auskommen: "Bis jetzt haben wir keinen weiteren Personalabbau in Erwägung gezogen, sondern wir werden versuchen, unsere Strukturkostenziele über andere Maßnahmen zu erreichen.“ Um die Kosten zu senken, seien am vergangenen Montag Arbeitsgruppen gebildet worden. Auslöser sei nicht die Lage von GM in den USA, sondern der sinkende Autoabsatz in Europa. GM gehören in Europa die Autohersteller Opel, Saab und Vauxhall.

Unterdessen dringt die IG Metall auf eine rasche Bewilligung von Staatsbürgschaften für Opel. Allein das Bochumer Werk benötige 420 Millionen Euro an Investitionen für die 2009 und 2010 geplante Umstellung auf neue Modellreihen, sagte der Sprecher der IG Metall Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Nettelstroth, in Düsseldorf. Ohne diese Investitionen drohe dem Werk ein Tod auf Raten. Er bestätigte damit einen Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ).

Angriffe auf GM-Management

"Wir brauchen schnelles entschlossenes Handeln, damit die 420 Millionen Euro Zukunftsinvestitionen schnell in trockene Tücher kommen“, zitierte die Zeitung den nordrhein-westfälischen IG-Metall-Chef Oliver Burkhard. Wenn der bedrohte GM-Konzern die zugesagten Investitionen nicht mehr leisten könne, müsse Opel Kredite aufnehmen, für die dringend die Staatsbürgschaften benötigt würden. Das Land Nordrhein-Westfalen sei jetzt in der Verantwortung.

Für den Fall, dass sich die Verkäufe weiter abschwächen sollten, kündigte Forster nach dem Bericht weitere Einschnitte an. „Ich muss außerdem warnen: Wenn sich die Marktverhältnisse in Europa weiter verschlechtern sollten, ist es sehr wahrscheinlich, dass weitere Schritte notwendig werden, um weiterhin überlebensfähig zu bleiben.“ General Motors sehe sich in Europa schrumpfenden Märkten und einer Verschiebung der Nachfrage hin zu kleineren Fahrzeugen gegenüber.

Der Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz, griff das GM-Management scharf an: „Um die Bilanz auszugleichen, konzentriert sich das Management auf die Reduzierung der Arbeitskosten.“ Frage man aber nach, warum GM überproportional Marktanteile verliere, gebe es keine Antworten. Betriebsrat und Gewerkschaften würden sich gegen den Versuch wehren, ohne einen zukunftsfähigen Geschäftsplan Kosten einzusparen.

Franz verwies auch auf die Situation in Nordamerika. Dort hätten Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften in den USA und Kanada Einsparungen bei den Beschäftigten zugestimmt. Nun müsse das GM-Management um Regierungshilfe bitten. Die Einsparungen bei den Beschäftigten seien "ohne Wirkung verpufft“. Bevor GM nicht seine Pläne für die Zukunft offenbare, sei die Belegschaft zu keinen Zugeständnissen bereit.