Der Bund prüft einen Einstieg beim angeschlagenen Finanzkonzern Hypo Real Estate (HRE). Laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist aber noch keine Entscheidung gefallen. Es würden verschiedene Modelle geprüft, um die Interessen der Steuerzahler zu schützen, hieß es unter Berufung auf Finanzkreise in dem Bericht weiter.

Zu den Optionen soll auch eine Beteiligung von 25 Prozent plus eine Aktie wie im Fall der Commerzbank zählen. Die im MDax notierte HRE hatte bereits Staatsgarantien über 30 Milliarden Euro erhalten.

Auch die Agentur Reuters berichtete, dass die angeschlagene Immobilienbank Parlaments- und Finanzkreisen zufolge neue Milliardenhilfen vom Staat brauche. „Die Teilverstaatlichung der Hypo Real Estate steht im Grundsatz fest“, habe ein mit der Angelegenheit vertrauter Banker gesagt.

Beraten werde mit dem staatlichen Rettungsfonds SoFFin zudem über eine Abspaltung des Staatsfinanzierers Depfa, dessen Refinanzierungsprobleme die Krise bei der Immobilienbank Ende 2008 ausgelöst hatten.

SoFFin und die Hypo Real Estate lehnten eine Stellungnahme ab. Der Bund hatte erst vor kurzem angekündigt, sich mit gut 25 Prozent an der Commerzbank zu beteiligen. Zu Wochenbeginn hatte die HRE mitgeteilt, dass der SoFFin die zunächst bis Mitte Januar zugesagten Garantien von 30 Milliarden Euro bis Mitte April verlängert habe.

Die Situation für das Münchener Unternehmen ist weiter ernst. Das Unternehmen berichtete: „Die Gespräche der Hypo Real Estate Group mit dem SoFFin über die Gewährung längerfristiger und umfassender Maßnahmen zur Liquiditäts- und Kapitalunterstützung der Gruppe dauern weiter an.“

Die HRE stand im Herbst als Folge der weltweiten Finanzkrise kurz vor der Pleite. Besonders dramatisch war die Lage bei der irischen Tochter Depfa-Bank. Bund und die privaten Banken retteten den Immobilien- und Staatsfinanzierer mit Krediten im Volumen von 50 Milliarden Euro. Zudem hat die HRE Staatsgarantien über 30 Milliarden Euro erhalten.

Damit sollte auch ein Zusammenbruch des wichtigen deutschen Pfandbrief-Marktes verhindert werden, über den sich auch Kommunen finanzieren. Die alte HRE-Führungsriege musste auf Druck der Aktionäre und der Politik gehen. Seitdem ist das Geschäft wegen der anhaltenden Verunsicherung auf den Märkten jedoch nicht wie erhofft angesprungen. Deshalb muss der neue HRE-Chef Axel Wieandt über neue Hilfen verhandeln. Mehrere Aktionäre klagen zudem auf Schadenersatz.

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dpa/Reuters/oht