Die positiven Vorgaben der New Yorker Börse vom vergangenen Freitag und Kursgewinne an den asiatischen Märkten halfen dem Dax am Montag über die Marke von 5000 Punkten. Belastet von schwächeren Bankwerten bröckelte der Leitindex jedoch von seinem Tageshoch bei 5034 Zählern wieder leicht ab und notierte zum Handelsschluss mit 4983 Punkten noch 0,2 Prozent im Plus. Die Nebenwerte-Indizes entfernten sich ebenfalls wieder von ihren Tageshöchstständen. Während der MDax bei 5845 Zählern noch 1,6 Prozent höher notierte, wies der TecDax einen Aufschlag von 2,2 Prozent auf 537 Zähler aus.

Angesichts der leichten Kursgewinne am Aktienmarkt kam es bei den festverzinslichen Papieren zu Abschlägen. Der Bund-Future gab 65 Ticks auf 124,63 Punkte nach. Die dem Future zugrunde liegende zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,015 Prozent. Der Euro stand zum Wochenbeginn unter Druck. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,3588 Dollar und war damit rund drei US-Cent billiger als im späten New Yorker Handel vom vergangenen Freitag.

Eine Herabstufung des gesamten Sektors durch die Citigroup belastete die Bankenwerte. Die Analysten hatten ihren Kunden geraten, angesichts der Herausforderungen des neuen Jahres die Bankentitel unterzugewichten. In Reaktion darauf verloren die Papiere der Postbank 3,1 Prozent auf 14,83 Euro, Commerzbank verbuchten einen Abschlag von 3,1 Prozent auf 6,555 Euro. Titel des Branchenprimus Deutsche Bank verbilligten sich um 1,2 Prozent auf 28,80 Euro. Wenig gefragt waren zudem die Autowerte, die – mit Ausnahme der VW-Aktie – in den letzten Handelstagen zugelegt hatten. Anteilscheine von Daimler gaben um vier Prozent nach, BMW ermäßigten sich um 2,2 Prozent auf 21,855 Euro und VW 1,7 Prozent auf 254,74 Euro. Der gesamte Sektor litt unter den jüngsten drastisch gefallenen Absatzzahlen aus Japan und Frankreich. In Japan, dem Land des Weltmarktführers Toyota, gingen die Verkaufszahlen im Dezember um mehr als ein Fünftel zurück. In Frankreich sanken die Verkäufe von Neuwagen im abgelaufenen Monat um 15,8 Prozent.

Dass der Leitindex nicht weiter abrutschte, war unter anderem den Dax-Schwergewichten RWE und E.on zu verdanken. Die Analysten von HSBC hatten ihre Einstufung für RWE von „Untergewichten“ auf „Neutral“ erhöht und damit der RWE-Aktie ein Plus von 3,2 Prozent auf 68,16 Euro beschert. Papiere von E.on verteuerten sich um 2,5 Prozent auf 30,47 Euro.

Spitzenreiter waren jedoch die im Dax niedrig gewichteten Titel von Infineon mit einem Aufschlag von 13,4 Prozent auf 1,14 Euro. Das Überschreiten der Ein-Euro-Schwelle veranlasste offenbar die Anleger zum Wiedereinstieg. Auch die in der Einladung zur Hauptversammlung angesprochene mögliche Kapitalerhöhung bremste die Kauflust nicht. Der angeschlagene Chip-Hersteller will von seinen Aktionären die Erlaubnis, in den kommenden fünf Jahren das Kapital um bis zu 450 Mio. Euro zu erhöhen.

Im TecDax verteuerten sich die Aktien von Freenet um 11,4 Prozent auf 5,08 Euro. „Mit dem Abgang von Freenet-Chef Eckhard Spoerr steigen die Chancen, dass United Internet doch noch das DSL-Geschäft von Freenet übernehmen kann“, sagte ein Händler. Einem Anlegermagazin zufolge hat United Internet sein Interesse an der Freenet-Sparte bekräftigt. Papiere von United Internet legten derweil um 7,9 Prozent auf 6,80 Euro zu.

Grenkeleasing zogen im SDax nach Vorlage der Quartalszahlen um 5,6 Prozent auf 19,85 Euro an. Die Zahlen zum Neugeschäft im vierten Quartal 2008 seien besser als erwartet ausgefallen und untermauerten die Einschätzung, dass sich die getätigten Investitionen auf die Umsätze auswirken, kommentierten die Analysten von Equinet die Ergebnisse. Das Rating werde daher mit einem Kursziel von 23 Euro von „Akkumulieren“ auf „Kaufen“ angehoben, hieß es.

wej./Reuters/dma