Nach dem freundlichen Jahresauftakt kehrt am deutschen Aktienmarkt wieder Nüchternheit ein. Der Dax fiel am Donnerstag bis zum Mittag um 1,4 Prozent auf 4873 Punkte.

Börsianer verwiesen auf die anhaltende Vorsicht der Anleger. „Viele trauen sich nicht, auch wenn der Markt sich zuletzt ganz gut entwickelt hat. Man muss mal sehen, ob die Verluste von gestern und heute eine Verschnaufpause sind oder ob wieder Ungemach droht“, erläuterte einer. Ein anderer Händler sagte: „Die Stimmung ist so lala. Weder zu Tode betrübt noch himmelhochjauchzend.“


Die Anleger suchen derzeit Hinweise darauf, wie sich die Konjunktur weiterentwickelt und wie die Unternehmen mit der schwierigen Wirtschaftslage fertig werden. Die nächste Berichtssaison werde daher mit Spannung erwartet. Auch Konjunkturdaten stünden besonders stark im Blickpunkt. Am Nachmittag dürften die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich ziehen. Am Freitag steht zudem der US-Arbeitsmarktbericht für Dezember an.

Intel zieht Infineon nach unten

Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Aktien von Infineon mit einem Abschlag von 5,5 Prozent auf 1,12 Euro. In den USA hatte der Chiphersteller Intel seine Umsatzerwartung für das vierte Quartal erneut heruntergeschraubt. „Der Einbruch bei Intel dürfte kein Einzelfall im Halbleitersegment gewesen sein“, kommentierte Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank.

Nach einem Analystenkommentar standen die Aktien der Deutschen Post unter Druck. Sie fielen um 4,6 Prozent auf 10,78 Euro. Die Experten von Morgan Stanley hatten die Papiere heruntergestuft.

Einer der wenigen Gewinner im Dax waren die Aktien von Volkswagen mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 299,09 Euro. Ein Händler verwies auf den 2008 gestiegenen Absatz der VW-Tochter Audi.

Praktiker auf Talfahrt

Im Nebenwerteindex MDax kamen die Titel von Praktiker unter Druck. Sie rutschten um 17 Prozent auf 5,98 Euro. Die Baumarktkette hatte für 2008 einen Umsatzrückgang bekanntgegeben. Gefragt waren im MDax dagegen die Aktien von Continental. Sie kletterten um knapp sechs Prozent auf 31,53 Euro.


Die Zahl der neuen Anträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den USA überraschend gesunken. Die Arbeitslosenzahl insgesamt erreichte jedoch den höchsten Stand seit November 1982, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte.

Die Zahl der Neuanträge sank den Angaben zufolge in der vergangenen Woche um 24.000 auf rund 467.000. Experten an der Wall Street hatten dagegen eine Zunahme auf 540.000 vorausgesagt. Dennoch stieg der Bestand an Arbeitslosen unerwartet um 101.000 auf 4,61 Millionen Menschen.

Das sagen die Experten:

Kurssprünge im zweiten Halbjahr

Gewinne trotz Rezession

Aktien sind noch nicht günstig

Voraussetzung für Erholung

Reuters/PHJ