Bei der Google-Suche ergibt die Begriffskombination „an Geld kommen“ mehr als eine Million Treffer. Wer zum Beispiel Zeit übrig hat und Kinder und Weihnachtsstimmung mag, hat auch jetzt noch gute Chancen auf ein Zusatzeinkommen als Weihnachtsmann oder -engel. Rund 30 Euro bringt jeder Auftritt in Familie oder Kindergarten, auf dem Weihnachtsmarkt, bei Weihnachtsfeiern oder Werbeveranstaltungen von Firmen. Allein der größten Weihnachtsmannvermittlung, den Berliner „Heinzelmännchen“, fehlten Anfang Dezember noch gut 100 Weihnachtsmänner. Auch viele Pfarreien suchen adventliches Personal, und auch viele Arbeitsagenturen betreiben eine Weihnachtsmannvermittlung. Wer wissen will, ob das auch für eine Agentur in der Nähe gilt, erfährt dies unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer der Bundesagentur für Arbeit: 01801/555 111 (3,9 Cent pro Minute).
Im Handel als Aushilfe einspringen
Anrufer können sich dort auch über die Kurzfrist- oder Tagesjobvermittlung informieren. Oft bestehen jetzt noch Chancen auf Kurzfristjobs, wenn beispielsweise im Handel, bei einer Spedition oder in einem Büro kurzfristig Mitarbeiter für das Weihnachtsgeschäft ausfallen.
Wer sich auf eigene Faust um einen klassischen Saisonjob im Handel kümmern will, kommt zu spät. Die nach Angaben der Bundesknappschaft in dieser Branche jährlich rund 20.000 kurzfristig Beschäftigten sind bereits gefunden: „In aller Regel ist die Personalplanung für Weihnachten schon im Oktober oder November abgeschlossen“, sagt Heribert Jöris, Geschäftsführer für den Bereich Arbeitsmarkt, Sozial- und Tarifpolitik des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE). Eine Chance bietet sich noch am ehesten in kleinen Läden. Hier lohnt sich durchaus der gezielte Blick an Tür und Schaufenster: Manchmal sucht der Inhaber per Zettelaushang kurzfristig Aushilfen.
Finger weg von verführerischen Angeboten
Auch wenn es verführerisch klingt – von Angeboten wie „Viel Geld verdienen“, „In ganz kurzer Zeit“, „Leichter Nebenverdienst“, „Geniale Geschäftsidee“, „Von zuhause aus“, „400 Euro monatlich garantiert“ sollten Geldsuchende die Finger lassen. Die Gefahr, abgezockt zu werden, ist einfach zu groß.
Die Alarmsignale sind stets gleich – egal, ob die Angebote im Internet, durch einen Aushang an der Bushaltestelle oder im Kleinanzeigenteil der Tages- und Wochenzeitungen auftauchen: Die Tätigkeit selbst wird nicht oder nur vage beschrieben. Firmenname und Firmenzweck gehen aus der Annonce nicht hervor. Die Verdienstmöglichkeiten klingen zu schön, um wahr zu sein. Als Kontakt dient oft eine teure 0190-er-Nummer. Und häufig verlangt der vermeintliche Arbeitgeber vom Bewerber auch noch Vorkasse – für Informationsmaterial, Schulungen oder zu verkaufende Waren.
Dann kann es nur heißen: Finger weg. „Die Investition ist in den meisten Fällen nutzlos“, warnt Sabine Fischer-Volk, Juristin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. „Weil sie sich über die möglichen Einnahmen nicht amortisiert oder der Anbieter nach der Zahlung nicht mehr erreichbar ist.“
Schätze vom Dachboden
Ist gar kein bezahlter Job mehr in Aussicht, lohnt der „Besuch“ von Keller oder Dachboden. Oft entpuppen sich vermeintlicher Krempel oder ausrangierte Kinderkleidung und Spielsachen als Schatz zum Verkaufen – zum Beispiel bei einem Internet-Auktionshaus. Doch Achtung: Private Anbieter sollten online nicht mehr als 40 Gegenstände binnen kurzer Zeit verkaufen. Sonst laufen sie Gefahr, von professionellen Abmahnern als gewerblicher Verkäufer eingestuft zu werden. Und das kann teuer werden.
Wer als privater Verkäufer einzelne Gegenstände oder eine Kiste aussortierter Dinge für einen Startpreis von einem Euro einstellt, zahlt dafür beim Marktführer Ebay keine Gebühren mehr. Als gute Zeit für das Auktionsende gilt die stark frequentierte, späte Mittagszeit an Wochentagen. Ungünstig ist dagegen der Abend, vor allem am Wochenende. Wer das Risiko fürchtet, Wertgegenstände für einen Euro abgeben zu müssen, kann auch zu einem Festbetrag anbieten. Dafür berechnet Ebay neben einer Angebotsgebühr eine Verkaufsprovision: Die kostet bis 50 Euro acht Prozent vom Kaufpreis, von 50,01 bis 500 Euro vier Euro pauschal plus fünf Prozent vom Verkaufspreis über 50 Euro und bei höheren Festbeträgen 26,50 Euro pauschal plus zwei Prozent vom Verkaufspreis über 500 Euro.
Verführerisch sind auch die Angebote vieler Banken oder Einzelhändler, einen Ratenkredit aufzunehmen. Wenn es nur für kurze Zeit ist und der Zinssatz unter dem Strich und nach intensiver Lektüre des Kleingedruckten wirklich gering ist, kann das im Notfall angehen. Ratsam ist es allerdings nicht, Konsum auf Pump zu finanzieren. Vor allem ihren Dispokredit sollten Verbraucher möglichst wenig strapazieren, weil hier Zins und Zinseszins rasch deutlich spürbar ins Gewicht fallen.
Auch die Entscheidung, sich schnelles Geld im Pfandhaus zu besorgen, sollte genau überlegt sein. Mit rund 500 Millionen Euro Kredit für etwa eine Million Kunden erreichen die Umsätze der Leihbranche in diesem Jahr voraussichtlich ein neues Rekordhoch. Entsprechend hoch sind die Zinsen für Pfandhauskredite: Sie liegen bei bis zu 40 Prozent.




