Der VW-Konzern soll nach dem Willen des Betriebsrates dem Vorbild von Toyota folgen und sich neue Geschäftsfelder jenseits des Automobilbaus erschließen. So könnte der größte Autobauer Europas unabhängiger von Wirtschaftsschwankungen werden, die den Automobilbau stets besonders hart treffen. "Als Betriebsrat fordern wir schon seit mehr als zwei Jahren, dass wir ergänzende Geschäftsfelder zum Automobilbereich aufbauen müssen“, sagte Osterloh.
Osterloh ergänzte, es sei "vor allem vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise dringend notwendig, eine entsprechende Strategie auf den Weg zu bringen“. Reine Wachstumsstrategien im Automobilbau seinen keine Garantie für dauerhaft sichere Arbeitsplätze in VW-Standorten.
Der Betriebsratschef schlug vor, die Technologien des Welt-Konzerns auch für andere Produkte und Dienstleistungen zu verwenden, "um damit gutes Geld zu verdienen und Arbeitsplätze zu sichern“. Bisher seien solche Projekte bei VW "eher stiefmütterlich behandelt“ worden.
Als Beispiel nannte Osterloh die Entwicklung, den Bau und den Vertrieb von Bootsmotoren, den VW seit ein paar Jahren in der Tochterfirma VW Marine betreibt. "Toyota beispielsweise baut nicht nur wie wir Bootsmotoren. Sondern liefert dem Kunden gleich ganze Boote. Und kaum einer weiß, dass wir Motoren für Gabelstapler oder andere Industriefahrzeuge herstellen.“
Osterloh erinnerte auch an das jüngste Innovationsprojekt, ein kleines umweltfreundliches Blockheizkraftwerk auf Basis eines VW-Automotors. "Wir meinen, dieses Vorhaben erfüllt alle Voraussetzungen um eine gute Rendite einzufahren, Kunden zufrieden zu machen und Arbeitsplätze zu sichern.“ Solche Geschäftsfelder müssten "systematisch identifiziert“ und „zentral gesteuert werden“, forderte Osterloh.
Von der Bundesregierung erwartet Osterloh angesichts der Krise schnelle Hilfen für die Autoindustrie. „Eine Umweltprämie wäre jetzt das richtige Instrument, um den Kunden den Umstieg von einem alten Fahrzeug auf ein neues, umweltschonendes Auto, zu erleichtern. Und gleichzeitig würde die Bundesregierung damit Beschäftigung in der Automobilindustrie absichern. Außerdem müssen die Banken endlich wieder das tun, wozu sie da sind: Geld verleihen und Projekte finanzieren“, erläuterte der Betriebsratschef.
AP/ras



