Geringe Nachfrage

Die japanische Exportwirtschaft bricht zusammen

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Schwarzer Tag für die japanische Wirtschaft: Erst verkündet Toyota den ersten operativen Verlust der Firmengeschichte, dann gibt das Finanzministerium erschreckende Zahlen bekannt. Demnach ist der Export im November um 26,7 Prozent eingebrochen. Neben Autos verkaufen sich Elektronikprodukte immer schleppender.

Die düstere Lage der Weltwirtschaft hat die japanischen Exporte massiv einbrechen lassen. Japanische Unternehmen exportierten nach Angaben des Finanzministeriums in Tokio im November 26,7 Prozent weniger Autos, Elektronik und andere Waren als im Vorjahresmonat. Der Autobauer Toyota erwartet den ersten operativen Verlust seit Aufzeichnung der Firmenergebnisse 1941: 150 Milliarden Yen (1,2 Milliarden Euro). Firmenchef Katsuaki Watanabe sprach von einer Weltwirtschaftslage, „wie sie nur einmal in 100 Jahren vorkommt“.

Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Toyota noch einen operativen Gewinn von 2,27 Billionen Yen (20 Milliarden Euro) ausgewiesen. Der Rückgang der Autoverkäufe im vergangenen Monat habe Toyota „bei weitem schneller, umfassender und tiefer getroffen als erwartet“, sagte Wanabe bei einer Pressekonferenz im Firmenhauptsitz in Nagoya.

Man erwarte nun noch in diesem Kalenderjahr den Verkauf von 8,96 Millionen Toyota-Fahrzeugen weltweit, was einen Rückgang um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für das am 1. April beginnende Geschäftsjahr 2009 habe man im Gegensatz zu den Vorjahren keine Erwartungen. Neben der globalen Finanzkrise werden die japanischen Unternehmen zurzeit auch noch vom hohen Kurs des Yens gegenüber dem Dollar belastet.

Nachfrage nach Autos und Elektronikprodukten sinkt

Der Absturz der Exporte bescherte Japan zum vierten Mal in diesem Jahr ein Handelsdefizit: Laut Finanzministerium wurden für 223,4 Milliarden Yen (1,8 Milliarden Euro) mehr Waren importiert als exportiert.

Besonders hoch fielen die Nachfragerückgänge in den wichtigsten Märkten aus: In die USA wurden im November 33,8 Prozent weniger japanische Waren als im Vorjahresmonat geliefert, in die EU 30,8 Prozent weniger. In Asien lagen die Rückgänge bei 26,7 Prozent, nach China allein bei 24,5 Prozent.

Auch die Autobauer Hyundai und Kia in Südkorea hat die Krise erfasst. Sie korrigierten am Montag ihre Verkauferwartungen für 2008 um 12,5 Prozent nach unten. Abgesetzt werden den Prognosen zufolge nur 4,2 Millionen Fahrzeuge statt erwarteter 4,8 Millionen Autos.

Angesichts der gesunkenen Nachfrage kündigten die Unternehmen ein Einfrieren der Managergehälter und Einschnitte in den Produktionszeiten an.