Der Einheitsbeitrag für die deutschen Krankenkassen kommt. Der Gesundheitsfonds lässt sich nicht mehr stoppen. Den mehr als 50 Millionen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung droht zu Beginn des nächsten Jahres ein Abgabenschock. 90 Prozent von ihnen werden ab dem 1. Januar 2009 höhere Beiträge zahlen müssen – und das bei Leistungen, die deutlich schlechter werden dürften.

Denn die Krankenkassen werden bei dem Blindflug, auf den sie die Politik mit dem Gesundheitsfonds schickt, auf Biegen und Brechen sparen müssen. Sie werden Leistungen einschränken und Geschäftsstellen – und damit Service für die Versicherten – abbauen.

Auch mittelfristig müssen sich die Versicherten auf steigende Beiträge einstellen. Denn wenn die Kassen mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht mehr auskommen, müssen sie einen Zusatzbeitrag direkt bei ihren Mitgliedern eintreiben. Über kurz oder lang wird keine Kasse auf diese Prämie mehr verzichten können.

Die große Gesundheitsreform, die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) gegen alle Widerstände durchgeboxt haben, entpuppt sich für die Versicherten als teurer Murks.

Wie eine Reform, die den Preiswettbewerb durch einen Einheitsbeitrag für alle ausschaltet, zu mehr Wettbewerb führen soll, bleibt rätselhaft. Es dürfte die erste Reform im Gesundheitswesen sein, die die Kosten erhöht, statt sie zu senken.

Den Ausgabenschub hat sich die Politik dabei selbst zuzuschreiben. Ein paar Milliarden für die Ärzte, ein paar Milliarden für die Krankenhäuser, ein paar Milliarden mehr für die Hersteller von Arzneimitteln – so hat sich die Koalition die Zustimmung der mächtigen Akteure im Gesundheitswesen zu dieser Reform erkauft.

Bezahlen müssen das jetzt die Versicherten. Diese Reform ist ein kruder politischer Kompromiss aus zwei Konzepten, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen. Die nächste Gesundheitsreform kommt deshalb bestimmt. Bleibt noch ein Funke Hoffnung, dass sie dann auch etwas besser wird.

Tabelle: 150 Krankenkassen im Beitragsvergleich