Der Sportwagenhersteller Porsche hat seinen Anteil an Volkswagen aufgestockt. Wie das Unternehmen mitteilte, hielt Porsche am Ende der vergangenen Woche 42,6 Prozent der VW-Stammaktien sowie zusätzlich 31,5 Prozent Optionen auf VW-Stammaktien. Porsche habe sich aufgrund der „dramatischen Verwerfungen auf den Finanzmärkten“ entschlossen, seine Aktienpositionen im Zusammenhang mit der VW-Übernahme offenzulegen.
Sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmten, wolle Porsche 2009 seinen Anteil an VW auf 75 Prozent aufstocken und damit den Weg für einen Beherrschungsvertrag freimachen. An dem Fahrplan, noch im November/Dezember 2008 die 50-Prozent-Hürde bei VW zu nehmen, werde unverändert festgehalten.
Doch noch immer hält das Land Niedersachsen wegen des VW-Gesetzes mit 20 Prozent der Anteile eine Sperrminorität. Die EU-Kommission wird kommende Woche einen erneuten Anlauf starten, das Gesetz zu kippen. Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche attackierte in dem Streit um das VW-Gesetz erstmals öffentlich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (F.A.S.) schreibt, kritisierte er in einer Rede vor Porsche-Mitarbeitern, Merkels Auftritt auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg habe „nicht zur Versachlichung der Diskussion“ beigetragen. Die Kanzlerin hatte sich dort vor einem Monat erneut für das VW-Gesetz und die umstrittene 20-Prozent-Sperrminorität stark gemacht.
Die EU-Wettbewerbshüter stoßen sich an der Regelung, wonach Niedersachsen auch im neuen VW-Gesetz mit gut 20 Prozent VW-Stimmrechtsanteil sein Vetorecht in der Hauptversammlung behält. Im Aktienrecht üblich sind 25 Prozent. VW-Großaktionär Porsche dringt darauf, das Schutzgesetz abzuschaffen und die Sperrminorität auf 25 Prozent zu erhöhen. Wolfgang Porsche sagte laut „F.A.S.“: „Für uns ist nicht nachvollziehbar, dass für Volkswagen weit reichendere Regeln gelten sollen als für andere Unternehmen.
Es gibt ja auch kein BMW-Gesetz, kein Daimler-Gesetz und im Übrigen auch kein Porsche-Gesetz.“ Das Land Niedersachsen und die VW-Belegschaft wehren sich vehement gegen die Abschaffung des Gesetzes. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh kündigte weitere massive Protestaktionen an. „Wir IG Metaller ziehen mit unseren Kollegen aus Europa auch gerne mal nach Brüssel“, sagte er der Zeitung.
AP/dpa/dma




