Brandrede

US-Notenbank sieht große Gefahr für Wachstum

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Düstere Prognose aus Amerika: US-Notenbankpräsident Ben Bernanke hat die Finanzkrise als große Bedrohung für das Wachstum bezeichnet. Die Krise bremse die Wirtschaftsleistung, weil Firmen, Verbraucher und Kommunen nur noch schwer an Kredite kommen. Eine Kreditklemme will die Notenbank auf jeden Fall verhindern.

US-Notenbankpräsident Ben Bernanke hat die Finanzkrise als große Bedrohung für das Wachstum bezeichnet und damit die Erwartung einer weiteren Zinssenkung gefestigt. Die Krise bremse durch die Einschränkung der Kreditvergabe an Firmen, Verbraucher und staatliche Ebenen die Wirtschaftsleistung, sagte der Fed-Chef. „Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Werkzeuge nutzen, um das Funktionieren des Marktes und die Liquidität zu verbessern.“

Die US-Aktienbörsen reagierten mit Kursverlusten auf die pessimistische Lageeinschätzung Bernankes. Wenige Stunden zuvor hatten bereits überraschend schwache Einzelhandelszahlen die Furcht vor einer tiefgreifenden Rezession in der größten Volkswirtschaft der Welt geweckt.

Bernanke betonte zugleich, dass die Krise keineswegs mit der Depression in den 30er-Jahren vergleichbar sei. Anders als damals habe man schnell reagiert, um die Märkte zu stabilisieren, sagte der Fed-Chef. Die großen internationalen Notenbanken pumpen seit Monaten Milliarden in den Geldmarkt, um diesen vor dem Austrocknen zu bewahren. Die Banken misstrauen sich wegen der Finanzkrise und sind nicht mehr bereit, sich untereinander Geld zu leihen. Damit ist der Geld- und Kreditkreislauf zwischen den Banken nahezu zum Erliegen gekommen. Die Notenbanken springen in dieser Krisensituation nun als letzte Geldgeber in die Bresche.

Die Notenbank Fed senkte zuletzt zudem die Leitzinsen in einer international abgestimmten Aktion um 50 Basispunkte auf 1,5 Prozent, um sich gegen den Abschwung zu stemmen. An den Märkten ist eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte Ende Oktober zur Stimulierung des Wachstums schon in den Kursen vorweggenommen.

Auch die Fed-Bankerin Janet Yellen hatte sich zuletzt pessimistisch über die Konjunktur geäußert. Die US-Wirtschaft stecke offenbar schon in einer Rezession, sagte die Chefin der Federal Reserve Bank von San Francisco auf einer Finanzkonferenz in Kalifornien. Zugleich hatte sie Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik einen Dämpfer verpasst, indem sie Zinssenkungen als „kein Allheilmittel“ bezeichnete. Yellen ist allerdings in dem für die Zinspolitik zuständigen Offenmarktausschuss der Fed nicht stimmberechtigt.

( Reuters/ras )