IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat sich bei seinen Mitarbeitern für eine außereheliche Affäre mit einer früheren Beschäftigten entschuldigt. Er übernehme dafür die volle Verantwortung, sei aber überzeugt davon, dass er sein Amt nicht missbraucht habe, erklärte Strauss-Kahn einer E-Mail. Zugleich entschuldigte er sich bei der Betroffenen, seiner Frau und seiner Familie.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in der Affäre Ermittlungen eingeleitet. Dabei geht es um die Beziehung des 59-Jährigen zu der Mitarbeiterin und um die Frage, ob aufgrund des Verhältnisses irgendwelche Vorteile gewährt worden seien. Strauss-Kahn traf am Montag in Washington mit dem IWF-Vorstand zusammen. Er und das Direktorium hätten darin übereingestimmt, dass eine gründliche und unabhängige Untersuchung der Vorwürfe im Interesse des Fonds und seiner 185 Mitgliedstaaten sei, erklärte der Vorsitzende des IWF-Verwaltungsrats, Shakour Shaalan, anschließend.

Die Vorwürfe gegen Strauss-Kahn sind besonders sensibel mit Blick auf den Rücktritt des früheren Weltbank-Präsidenten Paul Wolfowitz vor 15 Monaten. Er hatte seiner Lebensgefährtin, einer Angestellten der Weltbank, zur Beförderung mit einer beträchtlichen Gehaltserhöhung verholfen, was ihm den Vorwurf der Günstlingswirtschaft eintrug.

Strauss-Kahn wurde im vergangenen Jahr Chef des IWF. Der konservative französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte den Sozialisten – und potenziellen Rivalen – für den Posten vorgeschlagen und in der EU erfolgreich um Unterstützung dafür geworben. Nach seinem Antritt versprach Strauss-Kahn, den in die Jahre gekommenen IWF zu reformieren. Zurzeit steht die Organisation im Zentrum der weltweiten Finanzkrise, da unter seiner Führung eine effizientere Aufsicht über das globale Finanzwesen realisiert werden könnte.

AP/lw