Kursfeuerwerk auch an Asiens Leitbörse in Tokio: Nach einem Feiertag hat der Nikkei mit 14,15 Prozent den höchsten Gewinnsprung aller Zeiten verzeichnet. Beflügelt von der kräftigen Vorgabe der Wall Street und dem gemeinsamen Vorgehen der großen Industrienationen gegen die Finanzkrise durchbrach das Börsenbarometer wieder die psychologisch wichtige Marke von 9000 Punkten.

Der deutsche Leitindex Dax ist am Dienstag am zweiten Tag in Folge im Plus gestartet und lag in den ersten Handelsminuten um mehr als drei Prozent im Plus.

Der Nikkei ging beim Stand von 9447,57 Punkten aus dem Handel. Das sind 1171,14 Punkte über dem Schlusskurs am „schwarzen Freitag“. Am 10. Oktober hatte der Nikkei den drittgrößten Verlust seiner Geschichte erlitten. Alle 33 Sektoren der Tokioter Börse legten zu. Der breit gefasste Topix verbesserte sich um 115,44 Punkte oder 13,73 Prozent auf 956,30 Punkte. Zuvor hatten bereits andere internationale Aktienmärkte mit hohen Kursgewinnen reagiert.

„Es sieht so aus als hätte sich das Blatt gewendet und ein komplettes Abschmelzen der Märkte sowie eine Depression konnten vermieden werden. Investoren können sich jetzt wieder auf Fakten konzentrieren und weniger auf das Ausmaß der Panik“, schrieb Dariusz Kowalczyk, Chefstratege bei CFC Seymour in Hongkong.

Es war die erste Reaktion der japanischen Börse auf die abgestimmten Rettungspakte europäischer Länder und die Beschlüsse der sieben führenden Industrieländer (G7) im Kampf gegen die globale Finanzkrise. Wegen eines Feiertages hatte der Tokioter Aktienmarkt am 12. Oktober geschlossen.

Vor allem Finanz- und Exportwerte schossen in die Höhe. Die Papiere Mitsubishi UFJ (MUFG) verteuerten sich um 14 Prozent. Die japanische Großbank hatte am Vortag ihren Einstieg über neun Milliarden Dollar bei dem US-Institut Morgan Stanley besiegelt. Die Aktien des Autobauers Toyota legten um mehr als 15 Prozent zu, die von Nissan um über 17 Prozent. Die Papiere des Elektronikgiganten Sony gewannen 16,8 Prozent.

Die anderen Börsen in Fernost folgten dem Aufwärtstrend und bauten ihre Gewinne vom Vortag kräftig aus. Die Börse in Südkorea notierte über sechs Prozent fester und verzeichnete damit den höchsten Tagesgewinn seit Februar 2002. In Hongkong lag der Markt über vier Prozent im Plus, in Taiwan waren es 5,4, in Singapur gut sechs und in Australien knapp vier Prozent.

Allein die Börse in Shanghai fiel mit einem Minus von 0,6 Prozent aus der Reihe. Sorgen über eine Verlangsamung des chinesischen Wachstums überwogen die Erleichterung über die Rettungspakete für die Finanzbranche.

Zuvor hatten die US-Börsen auf die staatlichen Rettungspläne mit Rekordgewinnen reagiert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der S&P-500 gingen am Montag mit den höchsten Punktzuwächsen ihrer Geschichte aus dem Handel, der Nasdaq legte so stark zu wie seit 2001 nicht mehr.

Der Dow schloss 11,1 Prozent höher bei 9387 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte 11,6 Prozent auf 1003 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 11,8 Prozent auf 1844 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 11,4 Prozent bei 5062 Zählern und damit dem größten prozentualen Tagesgewinn in seiner 20-jährigen Geschichte aus dem Handel.

AP/dpa/Reuters/oht