Nach der Explosion der Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) die Rohstoffabhängigkeit als „Achillesferse“ Deutschlands bezeichnet. Die Rohstoffrechnung der Bundesrepublik sei innerhalb von zwei Jahren um 72 Prozent gestiegen – und das bei gleichbleibenden oder sogar leicht sinkenden Importmengen, erklärte das Kölner Institut. Während die Verfügbarkeit von Erdöl und Erdgas zwar derzeit nicht gefährdet sei, seien die Versorgungsperspektiven bei wichtigen Metallen kritisch.


Das IW warnt davor, dass Rohstoffe als politisches Druckmittel missbraucht werden könnten. Metalle wie Chrom, Molybdän und Niob, die zur Herstellung von Edelstahl und in der Chemischen Industrie verwendet werden, würden nur von wenigen Ländern und Unternehmen angeboten. Diese Marktmacht ermögliche es, die Versorgung politisch zu verknappen, etwa durch Exportbeschränkungen. Geboten sei daher eine internationale Wirtschaftspolitik, die den Freihandel fördere, Investitionssicherheit schaffe und die Suche nach neuen Produktionsverfahren unterstütze.

Die extrem gestiegenen Preise für Rohstoffe führte das IW auf den Wirtschaftsboom in aufstrebenden Staaten wie China und Indien zurück. Die Verfügbarkeit von Erdöl und Erdgas schätzte das Institut derzeit nicht als kritisch ein, weil viele Länder und Unternehmen als Anbieter auf dem Weltmarkt aufträten.

ap/phj