Die Ölpreise sind nach der Talfahrt der vergangenen Tage wieder gestiegen. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI zur Auslieferung im Oktober 101,81 Dollar. Das waren 94 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg zuletzt um 79 Cent auf 98,43 Dollar.

Der Autoklub ADAC kritisierte, dass Benzin trotz des wochenlangen Preisrückgangs beim Rohöl nach wie vor sehr teuer sei. Unter Berücksichtigung der Dollarkursentwicklung müsste ein Liter Sprit drei Cent billiger sein.

„Millionen Menschen haben kein Verständnis dafür, dass sinkende Ölpreise nicht so schnell weitergegeben werden wie steigende“, sagte ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker. Bundesweit seien für einen Liter Benzin im Durchschnitt 1,48 Euro zu bezahlen, für Diesel 1,38 Euro. „Diese Preispolitik ist nicht mehr nachvollziehbar“, sagte Becker.

Den leichten Preisanstieg begründeten Händler zum einen mit Produktionsausfällen im Golf von Mexiko. Dort wurde wegen des Hurrikans „Ike“ ein Großteil der Ölförderanlagen zeitweilig geschlossen. Auch die Ölraffinerien in der texanischen Großstadt Houston seien von dem Hurrikan betroffen, hieß es.

Zum anderen verwiesen Marktbeobachter auf Spannungen zwischen Venezuela und den USA. Zuletzt hatte Venezuelas Staatspräsident Hugo Chavez den US-Botschafter des Landes verwiesen. Venezuela ist Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec).

Der Preis für Opec-Öl ist unterdessen weiter gesunken. Ein Barrel habe am 11. September 95,29 Dollar gekostet, teilte das Sekretariat des Ölpreis-Kartells in Wien mit. Das waren 1,51 Dollar weniger als am Tag zuvor. Die Opec berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.

dpa/oht