In Polen und Deutschland stehen Wartungsarbeiten an, deshalb unterbricht Gazprom unterbricht seine Gaslieferungen in den Westen über die Pipeline Yamal-Europa ab Dienstag für zwei Tage. Die Versorgung werde über alternative Routen beispielsweise über die Ukraine sichergestellt. Wie Gazprom weiter miteilte, seien die Arbeiten lange geplant und mit den Pipeline-Betreibern Wingas und Europol Gaz abgesprochen. „Wir geben die Arbeiten jetzt bekannt, damit keiner überrascht wird und die politische Lage noch mehr aufgeheizt wird“, sagte ein Gazprom-Sprecher.
Die Ankündigung der Wartungsarbeiten kommt wenige Stunden nachdem bekannt wurde, dass die EU bei ihrem Kaukasus-Sondergipfel Russland eine scharfe Rüge wegen der einseitige Anerkennung der Unabhängigkeit der abtrünnigen georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien aussprechen will. Mehrere mit dem Verfahren befasste Gas-Mitarbeiter bestätigten allerdings, dass Gazprom die Schließung der Pipeline erst jetzt öffentlich bekannt gegeben habe, um weitere Irritationen wegen der aufgeladenen politischen Lage zu vermeiden.
Über die 4000 Kilometer lange Yamal-Pipeline wird Gas aus Sibirien nach Europa geführt. Über die Leitung wird vor allem Ostdeutschland versorgt. Die 2005 fertiggestellte Yamal-Pipeline gilt als Alternativroute zu den Transit-Pipelines durch die Ukraine. Ihre Kapazität liegt bei etwa 100 Millionen Kubikmeter am Tag und garantiert damit etwa ein Fünftel der westeuropäischen Importe aus Russland.
Die Vollunterbrechung der Yamal-Pipeline werde 30 Stunden dauern. Danach werde 24 Stunden lang die Lieferung um 50 Prozent reduziert. Ab Donnerstagabend soll die Lieferung wieder ihren gewöhnlichen Umfang erreichen.



