Die Aussicht auf stabile Leitzinsen im Euroraum hat den Aktienmarkt zuletzt vor einem neuen Jahrestief bewahrt. Endgültig behoben ist die Gefahr weiterer Kursrückgänge damit aber noch lange nicht. So rechnen beispielsweise die Strategen der WGZ Bank aufgrund des ungünstigen fundamentalen Umfeldes mit einem baldigen Unterschreiten der 6000 Punkte-Marke im Dax. Die meisten technischen Analysten erwarten zumindest noch einmal einen Rückgang auf das im März markierte Tief bei 6168 Punkten, bevor es dann zu einer Gegenbewegung kommen soll. Eine nachhaltige Rallye an den Aktienmärkten sehen zurzeit aber nur wenige.

Auch wenn die totale Panik bisher nicht ausgebrochen ist, so ist doch eine gewisse latente Nervosität nicht zu leugnen. Das zeigt auch der zuletzt Stück für Stück – aber eben auch nicht rasant – gestiegene VDax-New Index, der innerhalb von rund sechs Wochen von 17 auf aktuell knapp 24 Punkte geklettert ist. Dieser auch weithin als "Angstbarometer" bezeichnete Index zeigt an, mit welchen Kursschwankungen (Volatilität) beim Dax in Zukunft gerechnet wird.

Die erhöhte Schwankungserwartung und die gefallenen Kurse ergeben einen Mix, der bei Discount-Zertifikaten für besonders attraktive Konditionen sorgt. So bringt ein Dax-Discounter mit gut einjähriger Laufzeit eine garantierte Rendite von acht Prozent pro Jahr, wenn der Index im Juli 2009 nicht unter 5000 Punkten liegt – ein Risikopuffer von gut 20 Prozent (WKN: UB2YZY). Bei Einzelaktien sind die Renditechancen noch reizvoller. Vor allem bei den zuletzt so gebeutelten Finanzwerten. Die Commerzbank bietet ein bis September 2009 laufendes Rabatt-Papier auf die Deutsche Bank an, das bei einem Puffer von sogar gut 30 Prozent eine annualisierte Rendite von rund zehn Prozent ermöglicht (WKN: CB45RT). Allerdings ist das Risiko von Kursverlusten bei Einzelaktien natürlich auch wesentlich größer als bei einem aus mehreren Werten bestehenden Index.

Das gilt insbesondere für so schwankungsfreudige Titel wie den abgestürzten Chiphersteller Infineon. Hier sind Kursausschläge von zehn Prozent und mehr an einem Handelstag keine Seltenheit. Dementsprechend attraktiv sehen aber auch die angebotenen Zertifikate aus. So können Anleger auf Sicht von weniger als einem Jahr eine garantierte Rendite von rund zwölf Prozent einfahren, wenn die Aktie bei Fälligkeit mindestens bei 2,50 Euro notiert. Das bedeutet: Der Wert der Infineon-Aktie darf sich fast noch einmal halbieren, ohne dass sich an diesem Gewinn etwas verändert (WKN: CB47MA).

Und selbst wenn die Talfahrt anhält und die eingebauten Risikopuffer bei den Zertifikaten nicht ausreichen, bedeutet das nicht automatisch einen Verlust für den Anleger. Gegenüber anderen Strukturen wie zum Beispiel Bonus-Zertifikaten haben die mit begrenzten Gewinnchancen versehenen Discounter nämlich zwei entscheidende Vorteile. Zum einen ist es für die Auszahlung am Ende völlig uninteressant, was während der Laufzeit mit der Aktie passiert. Zum anderen kosten Discount-Zertifikate (daher auch der Name) beim Kauf in der Regel deutlich weniger als der Basiswert. In die Minuszone rutscht der Anleger mit seinem Investment erst dann, wenn neben dem Risikopuffer auch noch der anfängliche Rabatt aufgebraucht ist. Bei dem Infineon-Discounter wäre das zum Beispiel erst bei einem Kursrückgang der Aktie um gut 54 Prozent auf unter 2,24 Euro der Fall.

Fazit: Trotz der momentanen steuerlichen Benachteiligung bleiben strukturierte Produkte weiterhin eine sinnvolle Alternative. Insbesondere für Anleger, die in den kommenden Monaten nicht mit deutlich steigenden Kursen rechnen, ihr Geld aber auch nicht langfristig binden wollen. Gerade Discount-Zertifikate bieten dabei momentan einen attraktiven Mix aus Sicherheit und Renditechancen.