Halbjahreszahlen

Allianz legt bei Umsatz und Gewinn zu

Gute Zahlen bei der Allianz: Der Versicherungskonzern konnte seine Beitragszahlen im ersten Halbjahr um 6,1 Prozent steigern. Auch beim Gewinn legte die Allianz zu – dank der Immobilien, die man zuletzt verkauft hatte. Laut einem Medienbericht plant der Konzern nun, den Vorstand zu verkleinern.

Immobilienverkäufe und ein brummendes Lebensversicherungsgeschäft haben der Allianz Deutschland im ersten Halbjahr gute Zahlen beschert. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der Anstieg geht allerdings vor allem auf den Verkauf eigener Immobilien zurück. Ohne ihn wäre das operative Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau geblieben, erklärte Sprecherin Kathrin Ehrig.


Die Beitragseinnahmen stiegen um 6,1 Prozent auf 14 Milliarden Euro. Treibende Kraft waren dabei die Lebensversicherungen, die 15,1 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zulegen konnten. In den Bereichen private Krankenversicherung sowie Schaden- und Unfallversicherung musste die Allianz Deutschland dagegen leichte Beitragsrückgänge um 0,6 und 1 Prozent hinnehmen.


Positiv entwickelte sich auch der Gewinn. Er verdoppelte sich auf 1,5 Milliarden Euro. Hier habe die Realisierung von Gewinnen durch Aktienverkäufe einen wesentlichen Anteil gehabt, erklärte die Allianz. „In einem schwierigen Marktumfeld haben wir erneut unsere Verlässlichkeit unter Beweis gestellt“, sagte der Allianz-Deutschland-Chef Gerhard Rupprecht. Auch für das Gesamtjahr erwartet die Allianz-Deutschland steigende Umsätze und „ein befriedigendes Ergebnis“.

Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ steht nun eine Verkleinerung des Vorstands der Obergesellschaft Allianz SE bevor. Das Gremium solle in den kommenden zwei Jahren von heute elf Mitgliedern auf sieben bis acht Mitglieder verkleinert werden, hieß es unter Berufung auf Versicherungskreise. Mehrere Vorstände würden bald 60 Jahre oder seien bereits älter. Ab dem 60. Lebensjahr befriste die Allianz Vorstandsverträge auf ein Jahr. Ein Allianz-Sprecher wollte sich dazu am Donnerstag nicht äußern.

Die jetzige Größe sei vor allem im Zuge des Umbaus der vergangenen Jahre entstanden, hieß es dem Bericht zufolge in den Versicherungskreisen. Die Allianz SE war 2006 aus der Verschmelzung der italienischen Tochter RAS auf die Allianz AG entstanden, 2007 übernahm sie die Minderheitsanteile an der französischen AGF. In beiden Fällen wurden die Länderchefs in den SE-Vorstand berufen.

Allianz-Vorstandschef Michael Diekmann wolle den Vorstand umkrempeln, hieß es. Andere Finanzgruppen kämen mit deutlich kleineren Gremien aus. So habe die Deutsche Bank nur fünf Vorstände.