Das Wirtschaftswachstum in Deutschland ist im zweiten Quartal gesunken. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent schwächer aus, meldete das Statistische Bundesamt. Der Rückgang entsprach den Erwartungen von Volkswirten, die eine Abnahme der Wirtschaftsleistung vor allem aufgrund von Rückgängen im Bausektor prognostiziert hatten. In den ersten drei Monaten des Jahres war das BIP, das den Wert der im Inland erwirtschafteten Leistung misst, um 1,3 Prozent gestiegen.

Der Rückgang ist allerdings auch eine Gegenbewegung auf das erste Quartal, das vor allem wegen Sondereffekten so gut ausgefallen war. Zu Jahresbeginn hatten das gute Wetter und auslaufende Steuervorteile die Bauwirtschaft und die Investitionen der Firmen kräftig angekurbelt. Auch deshalb wuchs die Wirtschaft mit 1,5 Prozent zum Vorquartal so stark wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Dieser Schub fehlte im Frühjahr. Der Konsum hat ebenfalls kaum zugelegt. Motor für die Wirtschaft waren wohl die Exporte. Die Bundesregierung erwartet trotz warnender Expertenstimmen nach wie vor für 2008 ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent nach 2,5 Prozent im Vorjahr.

reuters/phj