Billigflieger

Ryanair rutscht wohl in die roten Zahlen

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Europas größter Billigflieger Ryanair rutscht wegen der drastisch gestiegenen Treibstoffkosten wohl in die roten Zahlen. Nach einem Gewinneinbruch von 85 Prozent im abgelaufenen Quartal sei ein Verlust 2008 nahezu unausweichlich. Laut Konzernchef Michael O’Leary ist Ryanair aber trotzdem gut gewappnet gegen die Krise.

Der irische Billigflieger Ryanair rechnet für das seit April laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust von bis zu 60 Millionen Euro. Bestenfalls könnte beim Ergebnis eine Null erreicht werden, prognostizierte die Airline. In dem Ende Juni abgeschlossenen ersten Quartal brach der Gewinn um 85 Prozent auf 21 Millionen Euro ein. Hauptgrund seien die drastisch gestiegenen Treibstoffpreise. Die Kerosinrechnung der Airline sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um 93 Prozent auf 367 Millionen Euro gestiegen, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary. Die Treibstoffkosten machten nun die Hälfte aller Ausgaben verglichen mit 36 Prozent vor Jahrfrist aus.


Dennoch will die Gesellschaft bei ihrer Preispolitik bleiben, von den Passagieren keine Zuschläge für den teurer gewordenen Treibstoff zu verlangen. „Wir werden weiterhin die höheren Ölpreis absorbieren, selbst wenn dies bedeutet, dass wir kurzfristig Verluste verbuchen müssen“, betonte O’Leary.

Die Passagierzahl von Ryanair stieg im ersten Quartal um 19 Prozent auf 15 Millionen und der Umsatz legte um 12 Prozent auf 777 Millionen Euro zu. Bei der Jahresgewinnprognose geht Ryanair von einem Ölpreis bei 130 Dollar je Barrel (159 Liter) aus sowie einem Rückgang der durchschnittlichen Ticketpreise um 5 Prozent.

Derweil gehen Analysten im Londoner Finanz-Zentrum davon aus, dass Ryanair und andere Billigflieger angesichts der Ölpreisentwicklung noch schwierigeren Zeiten entgegengehen. Die Zahlen von Ryanair blieben hinter den Erwartungen zurück, sagte Collins Stewart von der Analysefirma Andrew Fitchie. Die Iren würden „direkt im wirtschaftlichen Sturm“ fliegen.