Mit dem Rückenwind besser als erwartet ausgefallener Geschäftszahlen der Citigroup ist der Dax am Freitag im Handelsverlauf wieder auf Erholungskurs eingeschwenkt. Er überwand seine anfängliche Kursflaute und legte bis zum Handelsschluss um 1,8 Prozent auf 6382 Punkte zu. „Neben der Citigroup hilft dem Markt auch der kleine Verfall, denn offenbar wollten viele Anleger den Dax zu diesem Termin hochziehen“, kommentierte ein Börsenhändler. Am Freitag waren Optionen auf Indizes verfallen. Zu Verfallsterminen versuchen Anleger diejenigen Papiere, auf die sie Derivate halten, in die von ihnen gewünschte Richtung zu bewegen.
Von einem Stimmungsumschwung wollte der Börsianer trotz der jüngsten Kursgewinne aber nicht reden. „Es fällt auf, dass die aktuellen Favoriten die Verlierer der vergangenen Wochen sind. Bei den anderen Werten ist die Kursentwicklung eher verhalten.“ Der MDax beendete den Handel mit einem leichten Abschlag von 0,3 Prozent bei 8440 Zählern. Der TecDax behauptete dagegen bei 723 Punkten das Vortagesniveau.
Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite auf 4,55 (Vortag: 4,54) Prozent. Der Bund Future verlor 97 Ticks auf 110,94 Punkte. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,5816 (Donnerstag: 1,5849) Dollar fest.
Die Liste der Dax-Gewinner wurde am Freitag erneut von den Finanzwerten dominiert. „Da hatten viele Investoren offenbar auf einen weiteren Kursrutsch gesetzt und müssen sich nun wieder mit diesen Papieren eindecken“, sagte ein Händler. Im Branchenvergleich setzten sich einmal mehr die Aktien der Commerzbank mit einem Plus von 6,3 Prozent auf 21,17 Euro an die Spitze. Allianz-Titel legten 4,9 Prozent auf 111,17 Euro zu.
Vor der Commerzbank rangierte allein Infineon, deren Papiere ihr knapp zehnprozentiges Vortagesplus ausbauten und sich um 8,4 Prozent auf 5,32 Euro verteuerten. Börsianern zufolge profitierte der Handychip-Hersteller erneut vom optimistischen Ausblick des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia. Angesichts des jüngsten Ölpreis-Rückgangs griffen Anleger auch bei den Luftfahrt-Werten wieder zu, die sensibel auf Preisschwankungen des Kerosin-Rohstoffs reagieren. Die Papiere der Lufthansa zogen um 5,6 Prozent auf 15,21 Euro an, die im Kleinwerte-Index SDax gelisteten Titel von Air Berlin stiegen sogar um 20,9 Prozent auf 3,93 Euro. Ein Barrel (159 Liter) der richtungweisenden US-Ölsorte WTI fiel auf bis zu 128,54 Dollar und lag damit knapp 20 Dollar unter seinem Rekordhoch vom vergangenen Freitag.
Zu den Dax-Verlierern zählten die Aktien von ThyssenKrupp, die sich um 1,8 Prozent auf 32,61 Euro verbilligten. Händler verwiesen auf einen möglichen Nachfragerückgang aufgrund der hohen Stahlpreise sowie einen schwachen Ausblick des US-Stahlkonzerns Nucor.
Im Nebenwerte-Index MDax rutschten die Papiere von K+S um 8,8 Prozent auf 304,77 Euro ab. Händlern zufolge drückten vage Gerüchte über eine Platzierung die Aktie des deutschen Düngemittel- und Salzherstellers. Ihr sei nichts von einer Platzierung bekannt, sagte eine Unternehmenssprecherin. Zudem belasteten Mitteilungen der Konkurrenz. Der weltgrößte Düngemittelhersteller Potash hatte angekündigt, seine Kapazitäten aufzustocken. „Das hat dem Markt offenbar nicht gefallen“, sagte LBBW-Analyst Ulle Wörner.
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