Der Präsident des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, Michael Feist, rechnet mit einem weiteren massiven Gaspreisanstieg. „Ich denke, dass die Preise sich in einer Größenordnung von 20 Prozent verteuern, je nachdem, wie die Unternehmen eingekauft haben“, sagte Feist am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Eine Abkoppelung der Gaspreise von den Ölpreisen sei nicht zu erwarten. „Die großen internationalen Produzenten, die Erdgas produzieren, wollen zur Zeit dieses Erdgas unter der Ölpreisbindung verkaufen. Und die meisten Abnehmer auf der Welt sind auch bereit, diese Ölpreisbindung zu akzeptieren.“
Der Bundesgerichtshof prüft heute erneut die Zulässigkeit von Gaspreiserhöhungen. Das Karlsruher Gericht verhandelt über eine Klage gegen die Stadtwerke Dinslaken. Ein Verbraucher fordert die Offenlegung von Kalkulationsunterlagen, um Preissteigerungen in den Jahren 2005 und 2006 überprüfen zu können. Das Landgericht Duisburg hatte dem Kläger im vergangenen Jahr recht gegeben: Die Stadtwerke hätten ihre Lieferantenverträge offenlegen müssen. In einem Grundsatzurteil hatte der BGH vergangenes Jahr aber nur eine eingeschränkte gerichtliche Überprüfung von Gaspreisen erlaubt.
Auch langfristig rechnet Feist mit hohen Gaspreisen: „Wir können erwarten, dass die Zeit der billigen Energie erst mal vorbei sein wird. Der Preis wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem heutigen hohen Niveau bleiben.“ Ob es nach den vom Branchendienst Verivox angekündigten Preiserhöhungen im Sommer zu einer weiteren Preisrunde im Herbst kommen könnte, sei noch unklar.
Reuters/phj




