Der Dax ist zum Nachmittag hin kräftig abgerutscht. Der Index verliert 2,6 Prozent und erreicht ein neues Jahrestief. Börsianern zufolge belastet das neue Ölpreis-Allzeithoch (knapp 146 Dollar) Auto- und Luftfahrtaktien und drückt die Stimmung am Gesamtmarkt. Erste Zeichen von der Wall Street deuten auf eine Fortsetzung der Talfahrt.

Der Dax hat am Freitag seine Talfahrt beschleunigt und 2,6 Prozent auf 6139 Punkte verloren. Damit hat der Leitindex ein Jahrestief erreicht. Zum Jahreshoch vom Januar notiert er nun fast 22 Prozent niedriger. „Wir haben Rekordstände beim Öl und eine weiterhin sehr schwierige Lage im Finanzsektor.

In diesem ohnehin negativen Marktumfeld wurden wichtige technische Marken nach unten durchbrochen, wodurch automatisch Anschlussverkäufe ausgelöst wurden“, begründete Marktanalyst Christian Schmidt von der Helaba den Kursrutsch. „Der Markt ist jetzt sehr angeschlagen, und es ist davon auszugehen, dass sich die Abwärtsbewegung fortsetzen wird.“

Der Ölpreis erreichte mit nur noch ganz knapp unter 146 Dollar pro Barrel (159 Liter) einen neuen Höchststand. Spannungen wegen der iranischen Raketentests und Sorge vor neuen Gewaltausbrüchen im Lieferland Nigeria ließen den Preis für Rohöl im elektronischen Handel in New York bis auf 145,98 Dollar emporschnellen. Er überbot damit den Rekord von 145,85 Dollar von Anfang Juli.

Im Verlauf sank der Preis wieder etwas und lag gegen Mittag bei 145,18 Dollar, 3,53 Dollar mehr als beim Handelsschluss am Vortag. Am Montag und Dienstag war der Ölpreis um 10 Dollar gesunken.

In London zog der Preis der für Europa wichtigen Rohölsorte Brent ebenfalls an. Ein Barrel notierte bei 145,37 Dollar, 3,34 Dollar höher als am Vortag.

Lufthansa hebt Treibstoffzuschläge erneut an

Der Ölpreis machte den Aktien der Automobilhersteller zu schaffen. So gaben die Papiere von Volkswagen um 2,42 Prozent auf 165,79 Euro nach, und Daimler-Aktien sanken um 1,63 Prozent auf 68,12 Euro. Der Stuttgarter Automobilkonzern rechnet zudem im kommenden Jahr mit einer Abschwächung der Lkw-Konjunktur auf dem europäischen Markt.

Auch Titel der Lufthansa fielen wegen des Ölpreisanstieges um 3,82 Prozent auf 13,59 Euro. Deutschlands größte Fluggesellschaft teilte am Freitag mit, zum vierten Mal in diesem Jahr ihre Treibstoffzuschläge für alle Flüge anzuheben. Für Flüge innerhalb Deutschlands und Europas erhöht sich der Zuschlag von 24 auf 27 Euro pro Strecke. Für Langstrecken steigt der Zuschlag um 5 Euro auf 97 Euro pro Strecke. Die neuen Gebühren gelten für alle Lufthansa-Flugtickets, die vom nächsten Donnerstag (17.7.) an ausgestellt werden.

Postbank und Commerzbank gewinnen

Der Verkauf des deutschen Privatkundengeschäfts der Citigroup an die französische Genossenschaftsbank Credit Mutuel brachte Bewegung in die deutschen Finanzaktien. Für die damit leer ausgehende Deutsche Bank ging es um 0,92 Prozent auf 53,81 Euro nach unten. Die Aktien der Postbank kletterten unterdessen um 4,65 Prozent auf 51,77 Euro, Commerzbank-Titel stiegen um 2,42 Prozent auf 19,90 Euro. Analyst Michael Seufert von der NORD/LB bewertete den Verkauf der Citibank zu einem am oberen Ende der Erwartung liegenden Preis positiv für die Postbank.

In New York stürzten vorbörslich erneut die Aktienkurse der angeschlagenen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac um 17 beziehungsweise 21 Prozent ab. Die US-Regierung will einen möglichen Kollaps der beiden Institute mit allen Mitteln verhindern und schließt offenbar auch eine Verstaatlichung nicht aus, wie die „New York Times“ am Freitag unter Berufung auf Kreise berichtete.

Der Dax ist zum Nachmittag hin kräftig abgerutscht. Der Index verliert 2,6 Prozent und erreicht ein neues Jahrestief. Börsianern zufolge belastet das neue Ölpreis-Allzeithoch (knapp 146 Dollar) Auto- und Luftfahrtaktien und drückt die Stimmung am Gesamtmarkt. Erste Zeichen von der Wall Street deuten auf eine Fortsetzung der Talfahrt.

Reuters/dpa/AP/dma