Trotz erneut gestiegener Ölpreise und durchwachsener Unternehmensnachrichten haben die US-Börsen am Donnerstag Gewinne eingefahren. Der Finanzsektor stand unter Druck: US-Notenbankchef Ben Bernanke hält die Finanzkrise noch nicht für ausgestanden. Er fordert mehr Überwachung der Investmentbanken.
Der Dow-Jones-Index stieg um 0,73 Prozent auf 11.229,02 Punkte. Der S&P-500-Index gewann 0,70 Prozent auf 1253,39 Punkte. Der NASDAQ-Index legte um 1,03 Prozent zu auf 2257,85 Punkte. Die ständig zwischen Gewinnen und Verlusten pendelnden Märkte zeigten sich weiter nervös. Unterstützung kam vom Arbeitsmarkt: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken überraschend deutlich.
Der Techsektor erholte sich etwas von seinen Vortagesverlusten. Apple legte 1,4 Prozent zu und startet an diesem Freitag weltweit den Verkauf der zweiten Generation seines iPhone-Handys. Dagegen fielen viele Einzelhandelswerte trotz besserer Umsatzzahlen des Branchenführer Wal-Mart, der selber ein Minus von 0,8 Prozent einstecken musste.
Neue Berichte über Finanzprobleme trieben die Kurse der größten US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae (minus 14 Prozent) und Freddie Mac (minus 22 Prozent) weiter kräftig nach unten. Die viertgrößte US-Bank Wachovia (minus 8,1 Prozent) stürzt wegen der Kreditkrise immer tiefer ins Minus. Auf der Investmentbank Lehman Brothers (minus 12 Prozent) lasteten Gerüchte um neue Probleme.
Der führende US-Autobauer General Motors (minus 6,2 Prozent) schließt wegen der aktuellen Krise eine nötige Kapitalspritze nicht aus. Der Mischkonzern General Electric (plus 1,7 Prozent) trennt sich von weit mehr Unternehmensteilen als bisher geplant. Der Siemens-Konkurrent veröffentlicht an diesem Freitag seine Quartalszahlen.
Der Ölpreis legte nach seiner jüngsten Verschnaufpause wieder deutlich zu. Ein Barrel (159 Liter) kostete zum Handelsschluss in New York 141,65 Dollar und damit 5,60 Dollar mehr als am Vortag. Die Rentenmärkte zeigten sich kaum verändert. Richtungsweisende zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten mit 3,817 Prozent. Der Euro verteuerte sich auf 1,5786 Dollar nach 1,5737 Dollar am Vortag.
dpa/dma



