Berlin bekommt die schnellsten Wlan-Hotspots Deutschlands. In zunächst drei Restaurants und Cafés testet der Telekommunikationsanbieter Vodafone die sogenannten Gigabit-Hotspots. Es ist ein Pilotprojekt, das der Konzern gemeinsam mit den Telekommunikationsausrüstern SXF-Plan und Cisco gestartet hat. Gigabit-Hotspot bedeutet: Nutzer haben dort mit ihren Computern, Tablets oder Smartphones Ladegeschwindigkeiten von bis zu 1,3 Gigabit pro Sekunde (1300 Megabit/s, 1300 Mbit/s). Zum Vergleich: Der aktuell am weitesten verbreitete Mobilfunkstandard UMTS (3G) schafft ein Ladetempo von maximal 42 Mbit/s, LTE (4G) bis zu 300 Mbit/s.

Praktisch bedeutet die neue Gigabit-Technik, dass beispielsweise ein Spielfilm in HD-Qualität in weniger als einer Minute heruntergeladen ist. Die drei nun verfügbaren Gigabit-Hotspots sind das Restaurant „Die Eins“ im ARD-Hauptstadtstudio am Reichstagsufer, das Café „Tiffany’s“ im Europa-Center am Tauentzien und das Restaurant „Hopfingerbräu“ am Brandenburger Tor.

30 Minuten sind kostenlos, danach wird eine Gebühr fällig

Das Angebot ist für 30 Minuten pro Tag kostenlos, nach 30 Minuten wird eine Gebühr fällig. Es sei denn, der Nutzer hat bereits eine Flatrate für Vodafone-Hotspots gebucht, von denen es zurzeit in Deutschland (inklusive der Vodafone-Tochter Kabel Deutschland) rund eine Million gibt.

Für Vodafone sei das Gigabit-Projekt ein Versuchsballon, sagt Enrico Schadock, der Berliner Technik-Chef des Konzerns. Abhängig von der Nachfrage der Nutzer in den drei Berliner Restaurants erwägt der Konzern, in dieser und anderen Städten weitere solcher Hotspots einzurichten. Festlegen, wann das sein könnte, wo und wie viele solcher Wlan-Angebote dazukommen könnten, will sich Schadock noch nicht. Offen ist auch, ob Vodafone die Hochgeschwindigkeitszugänge nutzen wird, um gezielt neue Kunden anzuwerben.

Begrenzt wird die Ladegeschwindigkeit von der Verarbeitung im PC oder Smartphone

Technisch wird die Ein-Gigabit-Technik möglich durch die Anbindung der Hotspots an das Vodafone-Glasfasernetz. Das kostet den Anbieter im Durchschnitt etwa 100 Euro pro Leitungsmeter. In Innenstädten liegen die Kosten niedriger und die Glasfaserzugangspunkte liegen dichter, so dass der Ausbau sich dort leichter realisieren lässt – was zum Beispiel den vielen Berlinbesuchern zugute kommt.

Das Ladetempo ist indes nur ein Richtwert. Abhängig von der Zahl der Nutzer, die große Datenmengen laden, kann das Tempo sinken. Allerdings sei es unrealistisch, dass in einem Café 20 Gäste parallel einen Spielfilm herunterladen, so Vodafone. In der Praxis spiele diese Einschränkung deshalb kaum eine Rolle.

Gunnar Schröder von Vodafones Kooperationspartner SXF-Plan aus Schönefeld, sieht eine Begrenzung des Download-Tempos eher darin, dass es heutige Smartphones oder Tablets gar nicht schaffen, hunderte oder tausend Megabit pro Sekunde zu verarbeiten.