Panne bei Facebook

Mark Zuckerberg, Barack Obama und ein Huhn

Software-Panne bei Facebook - Unbefugte konnte private Fotos von Nutzern bei Facebook abrufen, speichern und weiterverbreiten. Zum Beispiel Privataufnahmen von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Die deutsche Bundesregierung verlangt nun verbesserten Datenschutz bei Facebook.

Durch eine Software-Panne bei Facebook war es möglich, daß jedermann private Fotos von Nutzern abrufen konnte – unter anderem auch Aufnahmen aus dem privaten Fotoalbum von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg . Facebook bestätigte die Panne. Die Sicherheitslücke sei zunächst provisorisch geschlossen worden. Die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte mehr Informationen über den Vorfall.

Möglich wurde der Zugriff auf als „privat“ geführte Facebook-Fotos durch einen simplen Trick, dessen Funktionsweise in den vergangenen Tagen von einigen Internet-Nutzern online verbreitet worden war. Um an die privaten Fotos zu gelangen musste man laut Berichten von ZDNet.com und Forbes.com zunächst ein öffentliches Bild eines Nutzers als anstößig melden. Anschließend bot das Facebook-System an, weitere Fotos des betreffenden Nutzers zu überprüfen und gegebenenfalls als unangemessen zu markieren – was wegen des Software-Fehlers in einigen Fällen dazu führte, daß pribvate Bilder angezeigt wurden.

Bei Facebook hieß es dazu, der Software-Fehler habe nur eine begrenzte Zeit lang ausgenutzt werden können; auch sei lediglich eine begrenzte Zahl neuerer Fotos unter gewissen Bedingungen offen zugänglich gewesen. Das System sei vorerst deaktiviert worden. Es werde erst wieder eingeschaltet, wenn der Fehler endgültig behoben sei.

Für Mark Zuckerberg war es da schon zu spät. Einige der 800 Millionen Facebook-Mitglieder nahmen sich Zuckerbergs Profil vor. Und veröffentlichten die Funde im Netz. Zu sehen ist: Zuckerberg mit Freundin Priscilla Chan in der Küche , Zuckerberg mit Hund , Zuckerberg mit Kindern an Halloween , beim Zubereiten von Sushi , beim Empfang mit US-Präsident Barack Obama – und mit einem anscheinend toten, noch ungerupften Huhn , das der Facebook-Chef kopfüber an den Beinen Richtung Kamera hält.

Es ist nicht das erste Mal, dass private Bilder von Zuckerberg ins Internet gelangen: Auch 2009, als als Facebook die Standard-Einstellungen für die Privatsphäre geändert hatte, kam es dazu. Damals hatten auch viele andere Nutzer aus Versehen Informationen mit dem Rest der Welt geteilt.

Die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) verlangte, Facebook müsse offenlegen, wie lange die Lücke bestanden habe und wie viele Mitglieder davon betroffen gewesen seien. „Der Vorfall ist mehr als peinlich und beweist einmal mehr, dass Facebook den Schutz persönlicher Daten dringend verbessern muss“, sagte die Ministerin, die als Facebook-Kritikerin bekannt ist. Das Unternehmen weist die Vorwürfe von Datenschützern und Politikern zurück und verweist unter anderem auf die stark verfeinerten Einstellungen zur Privatsphäre der Nutzer.

Von Mark Zuckerberg selbst gab es zunächst keine direkte Reaktion auf die Veröffentlichung seiner privaten Fotos. Auf seinem Facebook-Profil steht einzig noch ein Eintrag vom 29. November – eine Reaktion nach der Einigung mit der US-Verbraucherschutzbehörde FTC, wonach Facebook seine Datenschutzregelungen in den nächsten 20 Jahren von unabhängigen Experten prüfen lassen muß. Da steht: „I'm committed to making Facebook the leader in transparency and control around privacy.”