Am Mittwochabend hat der iPhone-Hersteller Apple die neueste Version seines mobilen Betriebssystems iOS 5 zum Download freigegeben. Iteration Nr. 5 treibt nicht nur das neue iPhone 4S an, sondern ist auch mit iPad 1 und 2 sowie den iPhone-Modellen 3GS und 4 sowie dem aktuellen iPod Touch kompatibel. All diesen Apple-Geräten bringt es über 200 neue Funktionen, darunter den Netzwerkspeicher iCloud, sowie den Nachrichtendienst iMessage.

Millionen Apple-Kunden fanden nach Feierabend im heimischen iTunes die Nachricht "Eine neue Software-Version ist verfügbar" – und fielen prompt über Apples Downloadserver her. Die waren der weltweit anschwellenden Last nicht gewachsen. Statt neuen Funktionen bringt das Update vielen Nutzern erst einmal Ärger. Denn selbst wer die über 700 MB große Software erfolgreich herunterladen konnte, benötigt für das Update noch einmal eine Verifizierung und die Freigabe von Apples Servern. Genau hier aber hakte es selbst in der Nacht noch gewaltig, allen Anschein nach wegen des riesigen Ansturms der US-Nutzer.

"Das iPhone kann nicht aktualisiert werden, da der iPod-Softwareaktualisierungsserver nicht verfügbar ist", lautete die Fehlermeldung, viele Nutzer bekamen auch nur kryptische "Fehler 3004"- oder "Fehler 3200"-Meldungen angezeigt. Der Haken: Wird ein Update zu diesem Zeitpunk abgebrochen, geht das iOS-Gerät unbenutzbar in einen Wartungszustand und fällt erst einmal aus – es ist "gebrickt".

Die Wut über diesen vermeidbaren Fehler in Apples Update-Prozedur brach über die Apple-Supportforen herein. Weniger als drei Stunden nach Bekanntgabe des Updates gingen in Threats wie "3gs bricked after update" innerhalb von Minuten Hunderte Meldungen frustrierter User ein. Auch über den Kurznachrichtendienst Twitter wurde der Ärger der Apple-Jünger weitergetragen, der Hashtag "Error 3200" war an diesem Abend unter den fünf am häufigsten genutzten.

"Nicht die gewohnte Premium-Produkterfahrung" fassten diverse Nutzer ihre Stimmung zusammen, und beschwerten sich gleich über ein zweites Problem: Selbst wer das Update erfolgreich abschließt, findet danach alle Apps auf dem Telefon in wilder Unordnung vor, da Ordner oder Seiten nicht erhalten bleiben. Speziell Power-User, die oft mehr als 100 Apps ihr Eigen nennen, müssen genervt die alte Ordnung per Hand wiederherstellen.

Erfolg für Apple in Australien – Gericht stoppt Samsung-Tablet

Unter den ganzen schlechten Nachrichten gab es für Apple jedoch zumindest eine gute: Nach Deutschland hat auch Australien dem US-Konzern im Tablet-Patentstreit gegen Samsung einen Erfolg beschert. Ein Gericht in Sydney stoppte den Verkauf des Samsung-Kleincomputers Galaxy. Nun droht der südkoreanische Konzern das Weihnachtsgeschäft auf dem Kontinent zu verpassen.

Das Verkaufsverbot gilt, bis das Gericht im Hauptverfahren über den Vorwurf der Produktpiraterie entschieden hat. Dies kann sich über Monate hinziehen. Richterin Anabelle Bennett forderte die Streitparteien auf, eine baldige Verhandlung in der Hauptsache zu unterstützen. Samsung hat sich in diesem Punkt bislang zögerlich gezeigt und erklärt, der Konzern brauche Zeit zur Vorbereitung.

Seit April fechten die beiden Konzerne ihren Wettbewerb um den Smartphone- und Tabletmarkt in mehreren Ländern vor den Gerichten aus. So hat Apple den Verkauf des Samsung Galaxy in Deutschland gerichtlich untersagen lassen und auch in den Niederlanden Einschränkungen erreicht. Die Galaxy-Serie der Südkoreaner mit dem Android-Betriebssystem von Google gilt als schärfster Konkurrent für Apples iPad.

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mit Reuters