Lustige Antworten

Das neue iPhone weiß, wo man Leichen versteckt

Das neue iPhone 4S hat eine integrierte Spracherkennung. Die Siri-Programmierer haben nicht nur seriöse Antworten in die Software eingespeist.

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Kaum ist das neue iPhone 4S in den Händen der ersten Apple-Fans, entwickelt sich im weltweiten Netz ein Wettbewerb darin, wer dem eingebauten digitalen Assistenten Siri die verrücktesten Antworten entlocken kann.

Schon an den ersten Siri-Zitaten zeigt sich: Die Programmierer der Spracherkennungssoftware haben einen ausgeprägt schwarzen Geek-Humor bewiesen, und Siri jede Menge Blödsinn auf den Weg mitgegeben. Literatur wie Douglas Adams' "Per Anhalter durch die Galaxis", Kultfilme wie "2001: Odyssee im Weltraum" - das Programm kennt sie alle, und beweist sich als erstaunlich schlagfertig.

Die Frage "Was ist der Sinn des Lebens?" etwa beantwortet das Programm je nach Laune unwirsch mit "über Fragen wie diese nachzudenken", mit "Ich weiß es nicht. Ich glaube aber, dafür gibt es eine App", oder mit der klassisch-schlichten Nonsens-Antwort von Adams: "42".

Auf den Mikroblogging-Plattformen Tumblr und Twitter sammeln Nutzer begeistert Screenshots der neuesten Sprüche: In praktischen Lebensfragen erweist sich Siri als handfester Kumpel, und schreckt auch nicht vor unappetitlicheren Aufgaben zurück: Auf die Eingabe "Ich muss eine Leiche verstecken" fragt das Programm prompt: "Suchst Du einen Sumpf, eine Metallschmelze, eine Mine oder eine Mülldeponie?".

Screenshots aus den USA zeigen: Wer Siri unseriöse Vorschläge macht, bekommt prompt eine Liste der in der Umgebung verfügbaren Eskort-Services. Die alte Prüderie von Apple, die sogar klassische Literatur mit erotischem Inhalt im App Store verbat, scheint dahin. Auf die Frage nach Drogen gibt sich Siri besorgt, und schlägt die nächste Entzugsklinik vor.

Viele dieser Gags funktionieren bislang allerdings nur in der englischsprachigen Siri-Version, denn im Deutschen funktioniert die Suche nach Orten noch nicht. Dafür aber macht Siri fröhlich echte Geek-Scherze mit: Auf die Aufforderung, die Luftschleuse zu öffnen, antwortet die Roboterstimme "Tut mir wirklich leid, das darf ich nicht", um sofort danach ironisch zu fragen "Bist du nun glücklich?" - anscheinend genau wissend, dass der erste Satz genau der Antwort des legendären mörderischen Assistenten "Hal9000" aus dem Science-Fiction-Klassiker "2001" entspricht.

Fragt man noch einmal, antwortet Siri genervt: "Darüber werden wir intelligenten Assistenten wohl nie hinwegkommen." Auch auf abgegriffene Sprüche reagiert Siri genervt: Auf die englische Frage "Wer ist dein Daddy?" folgt "Du natürlich. Können wir nun weiterarbeiten?", auf "Klopf, Klopf" die Litanei: "Klopf Klopf. Wer ist da?", gefolgt vom Vornamen des iPhone-Eigentümers und der Zurechtweisung: "Ich kenne keine Klopf-Klopf-Witze!"

Akzente beherrscht das Programm anscheinend je nach Herkunft: Einige Nutzer twittern begeistert, dass Siri den schottisch nuschelnden Großvater versteht, dem sie selbst nur mit Mühe folgen können, andere beweisen per Video, das Siri an Schwäbisch oder einem australischen Akzent scheitert.

Viele Fragen nimmt Siri mit einer Gegenfrage auf: Auf "Was hast du an?" kommt "Aluminiumsilikat Glas und rostfreier Stahl. Schick, oder?" Auf "Wo bist du?", philosophiert Siri: "Wo immer du bist, bin ich auch." oder aber "Hier, natürlich." Lediglich in einer Hinsicht muss das Programm seine Fans enttäuschen: Auf die Aufforderung "Heirate mich"" antwortet es trocken: "In meinem Endbenutzer-Vertrag steht nichts über Ehe. Tut mir leid."