Vergleichstest

Einige Steuerspar-Programme rechnen falsch

Kein Geld für einen Steuerberater? Eine günstige Alternative sind Steuerspar-Programme für den PC. Inzwischen buhlen mehr als ein halbes Dutzend um die Gunst des Steuerzahlers. Doch Vorsicht: Nicht immer geht es bei den Programmen mit rechten Dingen zu, wie ein Computer-Bild-Test zeigt.

Worauf man sich beim Steuerrecht verlassen kann, ist die Abneigung des Steuerzahlers. Zu gern würde der sich zumindest zu viel gezahlte Steuern vom Fiskus zurückholen – wäre da nicht der Stress mit der Steuererklärung. Dabei lässt sich diese Arbeit bequem am PC erledigen: Formulare ausfüllen, ausdrucken, einschicken, fertig. Das kann sich lohnen: Steuerspar-Software gehört zu den wenigen Programmen, die nicht nur Geld kosten, sondern tatsächlich auch einbringen können.

Testergebnis zusammengefasst

Die ersten beiden Plätze im Test belegt in diesem Jahr Hersteller Buhl Data. Tax 2010 Standard und WISO Sparbuch 2010 leisteten sich keine Abweichungen bei der Berechnung der Steuerschuld und waren einfach zu bedienen. Erfreulich: Der Testsieger gehört zu den günstigsten Programmen und ist damit auch der eindeutige Preis-Leistungs-Sieger. Doch eine generelle Empfehlung für Buhl Data ist das keineswegs: WISO Steuer 2009 verarbeitete nur einen von fünf Musterfällen. Vorsicht ist auch bei der Berechnung geboten: Knaurs Konz Steuersoftware 2009/2010 lag in einem Fall über 800 Euro daneben.

Das können aktuelle Steuerspar-Programme

- Zusammenstellen: Die Software erfragt zunächst – meist in Form eines Interviews – wichtige Anga­ben zu Ihren Steuern. So erfahren Sie, welche Formulare Sie aus­füllen und in welche Felder Sie An­gaben eintragen müssen. In vielen Fällen können Sie das Interview überspringen und die Daten direkt in das passende Formular ein­geben.

- Tipps und Tricks: Die Pro­gramme bieten reichlich Hinweise, wie Sie vom Fiskus noch den einen oder anderen Euro zurückbekom­men. Die meisten Pro­gramme geben zum gerade gewähl­ten Eingabefeld passende Tipps.

- Überprüfen: Die Software achtet darauf, dass die notwendigen Daten eingegeben und plausibel sind, also keine Zahlendreher oder unlogische Werte enthalten.

- Berechnen: Die meisten Programme zeigen schon während der Eingabe die wahrscheinliche Erstattung (oder Nachzahlung) an. Außerdem berechnen die Programme etwa, ob für Eheleute eine getrennte oder gemeinsame Veranlagung günstiger ist.

- Drucken: Sind Sie mit der Steuererklärung fertig, druckt die Software auf Wunsch alle nötigen Anschreiben, Formulare und Belegübersichten für das Finanzamt aus.

Handbuch

Bei zwei der acht Programme liegt ein Handbuch mit Steuertipps bei, für drei Programme lassen sie sich kostenlos beim Hersteller anfordern. Das Stöbern darin kann sich lohnen. So findet sich etwa der Hinweis, dass die Finanzämter in bestimmten Bundesländern mit einer sogenannten Nichtbeanstandungsgrenze arbeiten. Das bedeutet: Arbeitsmittel wie eine Aktentasche, die Sie nur für berufliche Zwecke verwenden, erkennt der Fiskus bis zu einer gewissen Summe ungeprüft an.

Für wen lohnen sich Steuer-Programme?

- Für jeden, der viel von der Steuer absetzen kann – zum Beispiel Fahrtkosten, einen doppelten Haushalt oder Investitionen in die berufliche Aus- und Fortbildung. Absetzbar sind auch Fachbücher und Zeitschriften, CDs und DVDs, wenn sie einen Bezug zu Ihrer Arbeit haben. Gute Programme enthalten entsprechende Listen und geben Tipps.

- Auch bei mehreren Einnahmequellen helfen Ihnen die Programme, die Steuerlast auf das Minimum zu senken. Zum Beispiel, wenn Sie unterschiedliche Einkommen oder zusätzliche Mieteinnahmen haben.

- Bei einfachen Steuerfällen sorgt die Software vor allem dafür, dass Sie bei der Steuererklärung nichts vergessen.

Datenübernahme aus dem Vorjahr

Haben Sie die Vorjahresversion Ihres Steuerspar-Programms genutzt, besteht weiterhin Zugriff auf Ihre Daten. Angaben, die Sie mit dem Programm eines anderen Anbieters erfasst haben, übernimmt die neue Software nicht. Steigen Sie von der „Billigversion“ einer Firma auf die teure Ausgabe um, klappt die Übernahme ebenfalls, umgekehrt nicht. Sicherheitshalber sollten Sie vor dem Kauf beim Hersteller nachfragen.

So kommt die Steuererklärung zum Finanzamt

Es gibt zwei Möglichkeiten, dem Finanzamt die Erklärung zu übermitteln. In der klassischen Papierform – die Software druckt alle nötigen Unterlagen aus, Sie unterschreiben und schicken die Formulare an das zuständige Finanzamt. Oder per Internet – alle Programme haben das „Elster“-Verfahren integriert. Die elektronische Steuererklärung hat den Vorteil, dass Sie schneller beim Finanzamt ist und meist auch zügiger bearbeitet wird.

Das müssen Sie beachten!

Je nach Einkommensart müssen Sie unterschiedliche Anlagen ausfüllen – als Angestellter etwa Anlage N, als Rentner R. Weitere Anlagen finden Sie auf der nächsten Seite. Nicht alle Programme sind auf dem neuesten Stand. Die Steuergesetze ändern sich ständig: Aktualisieren Sie vor dem Start die Software über die Internetseite des Herstellers.

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