„Die Lungenfunktion nimmt auch bei Gesunden mit dem Alter langsam ab“, erklärt Professor Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). „Wenn dann noch eine Erkrankung der Lunge dazukommt oder über Jahre hinweg Schadstoffe auf die Atemwege einwirken, dann wird der Verlust der Lungenfunktion viel früher als normal einsetzen und beschleunigt ablaufen. Wer zum Beispiel mit 50 Jahren bereits eine Lunge wie ein gesunder 75-Jähriger aufweist, wird auch früher als der 75-Jährige unter zunehmender Atemnot leiden. Dann kann es sein, dass der betroffene 50-Jährige bereits mit 60 nicht mehr genügend Luft bekommt - je nachdem, welche Lungenerkrankung vorliegt und wie schnell diese fortschreitet.“
Um Lungen- und Atemwegserkrankungen möglichst im Frühstadium behandeln zu können, ist eine Lungenfunktionsprüfung – im Fachjargon Spirometrie genannt - entscheidend. Dazu bläst die Testperson über ein Mundstück in ein spezielles Gerät, das ermittelt, wie viel Luft diese nach einem tiefen Atemzug innerhalb von einer Sekunde mit aller Kraft auspusten kann. Das ist die so genannte Sekundenluft bzw. der FEV1-Wert. Der sagt, wie viel Prozent der Lungenfunktion beim Betroffenen noch erhalten ist. Beträgt der Wert 70 Prozent, hat der Patient bereits 30 Prozent seiner Lungenfunktion eingebüßt.
Aktuelles Lungenalter motiviert zum Aufhören
Raucher, die erfahren, wie stark ihre Lunge durch den Tabakkonsum bereits gealtert ist, sind etwa doppelt so stark motiviert, das Rauchen aufzugeben - im Vergleich zu Rauchern, die ihr Lungenalter nicht kennen.
Auf der Internetseite www.lungenaerzte-im-netz.de kann der Patient seinen FEV1-Messwert aus der letzten Lungenfunktionsprüfung sowie seine Körpergröße und sein Geschlecht ein. Daraus lässt sich sein aktuelles Lungenalter berechnen.





