Kreislauf

Cola kann den Blutdruck anheben

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Elke Bodderas

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Zucker treibt den Blutdruck in die Höhe. Menschen mit einer Hypertonie können sich selbst helfen, wenn sie täglich weniger Limonade trinken.

Was ist zuckersüß? Das falsche, hinterhältige Lächeln natürlich. Der Kuchen, der nach nichts schmeckt außer nach fetter Sahne und Puderzucker. Und Limonade, Cola zum Beispiel. Zucker versüßt zwar das Leben – aber zu einem bitteren Preis. Er treibt den Blutdruck in die Höhe. Wie viel das bisschen Süß am Ende des Tages ausmachen kann, haben Mediziner von der Louisiana-State-Universität in New Orleans jetzt beziffert: Schon ein Glas Cola oder Eistee täglich weniger, so schreiben sie, und der Blutdruck verbessert sich deutlich. Der Verzicht, über 18 Monate hinweg beherzigt, half in einer Studie sogar jedem Dritten von 800 Erwachsenen zu normalen, gesunden Werten zurück.

Woran genau das liegt, können sich die Mediziner nicht recht erklären. Ebenso unklar ist bis heute auch die genaue Ursache von Bluthochdruck (primäre Hypertonie). Übergewicht wurde bisher als Grund vermutet – aber auch das widerlegt die Studie aus New Orleans: Der Zuckerverzicht beeinflusste den Blutdruck deutlich besser als jede andere Diät.

In Deutschland haben 20 Millionen gefährlich hohe Werte. Die meisten sogar so hoch, dass sie medikamentös und rasch gemäßigt werden müssten; tatsächlich schlucken aber nur vier Millionen blutdrucksenkende Mittel, die „Antihypertensiva“. Die Mittel wirken verschieden: Sie weiten Gefäße, entwässern oder reduzieren die Kontraktionskraft des Herzens. Der Nachteil: Das Herz wird belastet, kann auf Dauer geschwächt werden und unregelmäßig schlagen.

Alternativen könnten Pflanzen sein. Zum Beispiel die Aroniabeere, das Obst ist in Deutschland schon fast vergessen. Weil sie heute fast nur noch in Sachsen professionell in Plantagen angebaut wird, nennen Fans sie zärtlich die „Sächsische Gesundheitsbeere“.

Ende des Sommers sind die Früchte reif. Die sehen aus wie winzige Äpfel, gehen farblich ins Schwarz der Johannisbeeren, ihr Fleisch in Richtung Kirsche. Die Osteuropäer pressen sie seit jeher in Gesundheitssäfte oder drücken sie in Kapseln zurecht.

Schon Hildegard von Bingen empfahl Aronias gegen Bluthochdruck, Arteriosklerose und bestimmte Magen-Darm-Erkrankungen. Medizinisch ist ihre Wirkung kaum erprobt, aber Fakt ist: Die Beere und ihr Saft enthalten beachtliche Mengen an Polyphenolen. Das sind Stoffe, die Tumoren und auch Entzündungen hemmen. Außerdem bringt der Saft den Blutzucker ins Lot.