Medikamente

Wenn Blutdrucksenker versagen

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Die Zahl der verordneten Medikamente steigt, aber der Blutdruck sinkt nicht. Jeder zehnte Patient reagiert nicht - selbst bei mehreren Blutdrucksenkern. Zu dieser Resistenz kann eine unregelmäßige Tabletteneinnahme beitragen, aber auch die Wahl falscher Wirkstoffe oder Medikamente gegen andere Beschwerden.

Hypertonie-Patienten müssen nicht nur regelmäßig Medikamente einnehmen, sondern sollten auch ihren Lebensstil auf Dauer ändern. Beides gelingt vielen Menschen nicht. Gerade die mangelnde Therapietreue ist nach Erfahrung von Joachim Hoyer, Leiter der Nephrologie an der Uniklinik Marburg, die häufigste Ursache, wenn der Bluthochdruck trotz medikamentöser Behandlung nicht sinkt.

Das liegt auch daran, dass manche Ärzte ihren Patienten bis zu sechs Präparate gegen die Hypertonie verordnen. Damit die Menschen die Therapie auch tatsächlich planmäßig befolgen, sollten Mediziner grundsätzlich so wenig Medikamente wie möglich verschreiben. Dabei sollten sie nicht nur jene Wirkstoffe auswählen, die den Blutdruck am besten senken, sondern auch jene weglassen, die nicht wirken oder nicht vertragen werden. Dies erfordere Augenmaß und Geduld, schreibt Hoyer in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“. Manchmal könne es sogar nötig sein, alle Mittel schrittweise abzusetzen, um die Resistenz durch einen Neuaufbau der Therapie zu durchbrechen.

Tasse Kaffee ist unbedenklich

Zu Bluthochdruck können auch Medikamente beitragen, die der Patient gegen andere Erkrankungen einnimmt. Dazu zählen antientzündliche Mittel wie Diclofenac oder Ibuprofen, die gerade ältere Menschen gegen Gelenkbeschwerden nehmen, aber auch Kortison, Hormone, Antidepressiva oder abschwellende Nasentropfen. Neben hohem Salzkonsum steigern auch Lakritze, Kautabak und Alkohol den Blutdruck.

Neben dem Verzicht auf Zigaretten und dem Vermeiden von Übergewicht kann Sport eine Hypertonie eindämmen. Hoyer rät etwa zu Spaziergängen von 30 bis 45 Minuten Dauer mehrmals pro Woche. Vor der Blutdruckkontrolle beim Arzt sollten Patienten keinesfalls rauchen, denn dies kann den oberen Wert um bis zu 20 Punkte steigern. Unbedenklicher ist laut Hoyer eine Tasse Kaffee: Sie erhöht den Blutdruck vorübergehend nur um ein bis zwei Punkte.

( AP/LF )