Migränepatienten mit Aura sind besonders schlaganfallgefährdet. Kämen weitere Risikofaktoren, wie Nikotinkonsum oder bei Frauen östrogenhaltige Empfängnisverhütungsmittel hinzu, werde das Risiko weiter gesteigert, teilte die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) mit. Besonders achtsam sollten Aura-Patienten sein, weil die Symptome einer Migräne mit Aura denen eines Schlaganfalls ähneln könnten.
Als Aura werden nach DGN-Angaben neurologische Symptome wie einseitige Seh- und Gefühlsstörungen bezeichnet. Sie nähmen allmählich zu und ab, dauerten etwa 30 Minuten und gingen dem eigentlichen Migräneschmerz voraus. „Typisch für einen Schlaganfall sind plötzlich einsetzende Beschwerden, wie Taubheit, Schwäche oder Lähmung„, erklärt Schlaganfall-Experte Martin Dichgans.
Aura-Patienten sollten bei unbekannten Symptomen oder Empfindungs-, Seh- und Sprachstörungen, die plötzlich zu Kopf- und Gesichtsschmerzen auftreten, unbedingt auch einen Schlaganfall in Erwägung ziehen und sich „sicherheitshalber rasch in einer neurologischen Station - am besten in einer Stroke Unit - untersuchen lassen„, rät Dichgans.
Ob durch Prophylaxe und optimale Akutbehandlung von Migräne-Attacken das Schlaganfall-Risiko gesenkt werden könne, sei nicht bekannt, sagte der Professor. Faktoren, die allgemein das Risiko für einen Schlaganfall erhöhten, seien Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, erhöhte Blutfettwerte, Übergewicht und Bewegungsmangel.
Migräne ist laut DGN eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Bis zu 14 Prozent aller Frauen und acht Prozent aller Männer in Deutschland litten darunter. Die erste Migräneattacke bekämen die meisten Frauen bereits im Alter von zwölf bis 16 Jahren, Männer zwischen 16 bis 20 Jahren.
dapd/oc





