Kopfschmerzen

Schmerzmittel nicht öfter als zehn Tage im Monat

Medikamente gegen Schmerzen können auch das Gegenteil bewirken: Wer die Mittel zu häufig einnimmt, bekommt häufig dauerhafte Kopfschmerzen. Die Ursache für den Mechanismus ist unklar. Nach Spannungskopfschmerz und Migräne ist der medikamenteninduzierte Kopfschmerz die dritthäufigste Kopfschmerzart.

Foto: picture alliance/chromorange / pa

„Zwei bis drei Prozent aller Deutschen hängen im Dauerkopfschmerz fest, weil sie die Grenze nicht beachtet haben, was die Einnahmehäufigkeit von Schmerzmitteln angeht“, sagte der Psychologe Günther Fritsche vom Westdeutschen Kopfschmerzzentrum (Essen). Auf keinen Fall sollten die Mittel öfter als an zehn Tagen pro Monat verwendet werden – sonst sei ein sogenannter medikamenteninduzierter Kopfschmerz die Folge.

Nach Angaben der Gesellschaft für psychologische Schmerztherapie und -forschung leiden in Europa etwa 19 Prozent der Bevölkerung an chronischen Schmerzen, vor allem an Kopf- und Rückenschmerzen.

Die Wirkung einer medikamentösen Therapie lasse sich mit dem Placebo-Effekt verstärken, sagte die Placebo-Forscherin Regine Klinger, die auch die Hochschulambulanz Verhaltenstherapie an der Universität Hamburg leitet. „Es geht nicht darum, die Medikamente vom Tisch zu nehmen – sondern wir wollen erreichen, dass die medikamentöse Therapie ergänzt wird durch psychologische Aspekte.“

Das bedeutet: Der Patient soll nicht neben dem Schmerzmedikament noch ein Placebo (Scheinmedikament) einnehmen – sondern mit Hilfe des Therapeuten eine positive Erwartungshaltung aufbauen. Er wird ermuntert, das Medikament gezielt in Situationen einzunehmen, die zur Schmerzbewältigung beitragen – etwa bei einem Entspannungsbad.