Insgesamt gibt es etwa 20 bis 30 verschiedene Probiotikastämme. Diese Mikroorganismen sollen zeitweilig die Darmflora besiedeln, etwa um die Verdauung zu fördern, Krankheitserreger im Darm zu unterdrücken oder manche Formen von Durchfall zu lindern. „Bestimmte Probiotika, wie zum Beispiel Lactobazillus-Stämme, können bei ausgewählten Erkrankungen und Patienten eine positive Wirkung haben“, sagt Bischoff.
Förderlich sei der Einsatz etwa bei akuten und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, bei Reizdarm, bei Kleinkindern mit Darmentzündung und bei Durchfall als Folge von Antibiotika-Einnahme, sagt der Mediziner.
Den Einsatz bei Schwerstkranken bewertet er dagegen kritisch. Bei diesen Menschen sei der Darm oft so stark geschädigt, dass Probiotika mehr schaden als helfen. Daher sollten die Mikroorganismen hier nur im Rahmen sorgfältig geplanter Studien eingesetzt werden. Man müsse noch herausfinden, welche Probiotika bei welchen Krankheiten wirksam und sicher seien.
Dies zeigt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) auch die derzeitige Studienlage. Die bisherigen acht Untersuchungen an Schwerkranken kommen zu unterschiedlichen Resultaten: Drei Studien beurteilen den Einsatz der Stoffe positiv, zwei sehen mehr Risiken als Nutzen, und die übrigen drei kommen zu keinem klaren Resultat.
AP/LF





